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Mecklenburgische kritisiert Solvency II

18.07.2014 – Wegen der Vorbereitungen auf Solvency II rechnet die Mecklenburgische mit steigenden Kosten. „Die Umsetzungsplanungen zu Solvency II stellen unverändert eine große Herausforderung dar“, schreibt der Vorstand des Hannoveraner Versicherers im Geschäftsbericht. Was die endgültigen Kapitalanforderungen anbetrifft herrscht noch viel Unsicherheit.

Ein Solvenzproblem hat die Mecklenburgische (PDF) nicht, eher im Gegenteil: Wäre der Gegenseitigkeits-Versicherer eine Aktiengesellschaft, würden Analysten ihn wohl als überkapitalisiert bezeichnen. Über 263 Mio. Euro an Eigenmitteln verfügt die Unternehmensgruppe, die aus einem Schadenversicherer, einem Lebensversicherer und einem Krankenversicherer besteht. Die Solvenzquote nach Solvency I beziffert die Hannoveraner auf 285 Prozent, und das nach einem Jahr mit extremen Naturkatastrophen in Deutschland. Ende 2012 lag die Solva noch bei 272 Prozent.

„Wir begrüßen grundsätzlich den risikobasierten Ansatz“, schreibt der fünfköpfige Vorstand der Mecklenburgische in dem jetzt in der Redaktion eingetroffenen Geschäftsbericht. „Umfangreiche Dokumentations- und Berichterstattungsanforderungen würden die Verwaltungsaufwendungen unverhältnismäßig erhöhen.“ Die Hannoveraner arbeiten, was die Kosten anbetrifft, unauffällig. Sie sind nicht viel besser als der Markt, aber auch nicht viel schlechter.

Aber sie warnen nun davor, dass Solvency II eine Konsolidierungswelle in der Branche auslösen könnte. Eiopa-Vorsitzender Gabriel Bernardino bestreitet das. Der Mecklenburgische-Vorstand glaubt, dass es durch Solvency II zu Fehlschlüssen kommen könnte. „Allein aus modelltheoretischer Sicht könnten Unternehmen in den aufsichtsrechtlichen und öffentlichen Fokus rücken, ohne dass tatsächlich höhere Risiken eingegangen werden.“

Von den Überschwemmungen, Hagelschlägen und Stürmen blieb die Mecklenburgische im vergangenen Jahr weitgehend verschont. Brutto stieg die Schadenquote um lediglich 1,8 Prozentpunkte auf 73,5 Prozent der Beitragseinnahmen, nach Rückversicherung fiel der Anstieg noch geringer aus. Über den ganzen Konzern stieg der Gewinn von 15,2 auf 21,1 Mio. Euro. Das lag vor allem an den besseren Preisen. Die Zahl der Versicherungsverträge stieg um 1,7 Prozent auf zwei Millionen, die Beitragseinnahmen hingegen stiegen um 4,5 Prozent auf 357 Mio. Euro. (ba)

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