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Massiver Gewinneinbruch bei der Zurich

12.02.2016 – zurichDie Zurich hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2015 einen Gewinn von 1,8 Mrd. US-Dollar erzielt. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Rückgang von 53 Prozent. So machten dem Versicherer vor allem das Kerngeschäft in der Schadenversicherung, Naturkatastrophen sowie Probleme mit Großkunden in den USA zu schaffen. Wie die Zurich weiter mitteilte, will der Konzern bis 2018 weltweit etwa 8.000 Stellen abbauen.

Demnach sank der Betriebsgewinn im Geschäft mit der Schadenversicherung um 2,1 Mrd. auf 864 Mio. US-Dollar. Dies entspricht einem Rückgang von 71 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Einen Hauptgrund für den Gewinneinbruch sieht die Zurich nach eigenen Angaben in den Aufwendungen für Großschäden und Schadensfälle durch Naturkatastrophen. Dazu zählen laut Versicherer unter anderem die Überschwemmungen in Großbritannien und Irland im Dezember 2015 sowie Schäden in Höhe von 275 Mio. US-Dollar im Zusammenhang mit den Explosionen in der chinesischen Hafenstadt Tianjin.

Im Lebengeschäft verbuchte die Zurich hingegen einen Betriebsgewinn von 1,3 Mrd. US-Dollar, was einem Plus von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. So führt die Zurich den Anstieg vor allem auf den gestiegenen Verkauf von Sparprodukten für Privatkunden in Italien und Spanien sowie von Vorsorgeprodukten durch die Zurich Santander in Lateinamerika zurück.

“Das enttäuschende Ergebnis ist auf die bereits früher erwähnten Herausforderungen im Schadenversicherungsgeschäft sowie Restrukturierungskosten zurückzuführen. Wir haben rigorose Maßnahmen ergriffen, um die Rentabilität zu verbessern. Dazu gehört, dass wir unrentable Portfolios neu zeichnen oder nicht mehr erneuern, die Effizienz erhöhen und die Organisation weiter verschlanken. Global Life und Farmers entwickeln sich gut und machen bei der Umsetzung der Strategie gute Fortschritte”, kommentierte Verwaltungsratspräsident Tom de Swaan die Geschäftsbilanz des Jahres 2015.

“Angesichts der Herausforderungen im Schadenversicherungsgeschäft ist es unwahrscheinlich, dass wir dieses Jahr die von uns angestrebte Eigenkapitalrendite basierend auf dem Betriebsgewinn von 12-14 Prozent erreichen können”, so de Swaan weiter. Dennoch soll die Zurich die Dividende bei 17 Franken je Aktie stabil halten. Aktienrückkäufe oder Sonderdividenden sind hingegen nicht geplant.

Gleichzeitig prognostizierte de Swaan “rigorose Maßnahmen”, um die Zurich wieder rentabler zu machen. Demnach sind vom Konzernumbau bis 2018 weltweit etwa 8.000 Stellen – darunter 500 in Deutschland – betroffen. Allerdings sollen nicht alle Stellen wegfallen, so eine Sprecherin. Viele Stellen sollen demnach in zentralen Dienstleistungsstellen angesiedelt werden. Auch ein Verkauf von Unternehmensteilen sei nicht ausgeschlossen. So will sich die Zurich aus der Schadenversicherung für Privat- und Firmenkunden im Nahen Osten zurückziehen.

Keine leichte Aufgabe also für den künftigen Vorstandschef Mario Greco, der seinen Posten bei der Zurich bereits am 7. März 2016 antreten wird. Ursprünglich war der Wechsel zum 1. Mai dieses Jahres geplant. Allerdings wurde Greco jüngst bereits vorzeitig von seinen vertraglichen Pflichten bei der Generali entbunden. (vwh/td)

Bildquelle: Zurich

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