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Marktversagen bei Deckung von Elementarschäden

09.04.2014 – walthes-150Gegen die bundesweit nach wie vor geringe Marktdurchdringung bei Elementarschadendeckungen habe die Versicherungswirtschaft mittlerweile „zwar schon viel getan – gleichwohl müssen wir konstatieren, dass die derzeitige Marktlösung einem Marktversagen gleichkommt“. Das erklärte Frank Walthes, der Vorstandsvorsitzende der Versicherungskammer Bayern (VKB) in München, anlässlich der Bilanzpräsentation seines Hauses.

Die klare Vokabel „Marktversagen“ schwächte er sofort danach zwar als „bewusst überspitzt formuliert“ wieder ab und betonte, dass die VKB „derzeit eine Marktlösung durch mehr Aufklärung“ präferiere. Noch mehr politische Unterstützung, die über die in einigen Bundesländern gemeinsam mit den jeweiligen Landesregierungen gestartete gemeinsame Werbekampagnen für Elementarschaden-Versicherungen hinausgeht, wäre allerdings durchaus erwünscht, ließ er erkennen.

Gefordert ist die Politik nach seiner Einschätzung jedoch ebenso bei einem weiteren, aktuell sehr brenzligen Problem, nämlich der Berufshaftpflicht von Hebammen. Die VKB sei mittlerweile einer der wenigen Versicherer, die diesen Versicherungsschutz überhaupt noch anbieten und werde dies, wie Walthes versicherte, auch weiterhin tun. Angesichts des immensen Anstiegs bei den Schäden mit der Folge entsprechend massiver Prämienerhöhungen würden jedoch Rahmenbedingungen benötigt, „die einen marktgerechten und bezahlbaren Versicherungsschutz im gesamten Markt ermöglichen“. Eine denkbare Lösungsmöglichkeit bestehe beispielsweise darin, dass die Sozialversicherungsträger künftig ganz oder teilweise auf Regressforderungen an die Berufshaftpflichtversicherer verzichteten, nachdem die Kosten dafür mittlerweile schon rund ein Drittel der Schadenaufwendungen ausmachten.

Auf die Geschäftsergebnisse 2013 des VKB-Konzerns hatten diese Berufshaftpflichtschäden ebenso wie die Schadenbelastungen durch die im Berichtsjahr sehr hohen Schäden durch Naturkatastrophen von 162 Mio. Euro jedoch offenbar keine markanten Auswirkungen. Rund 97 Mio. Euro davon waren allerdings auch über die Rückversicherung gedeckt. Bei einem Konzern-Prämienwachstum im selbst abgeschlossenen Geschäft von 4,4 Prozent auf 7,1 Mrd. Euro verbesserte sich der Konzernjahresüberschuss der VKB von 132,3 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2012 auf 137,1 Mio. Euro im Jahr 2013.

Walthes führt dies einerseits auf das ausgewogene Beitragsportfolio zurück, zu dem die Lebensversicherung 2013 nach einem starken Anstieg bei den Einmalbeiträge um 18,7 Prozent auf 1,37 Mrd. Euro rund 40 Prozent beitrug und die Kranken- und Kompositversicherung jeweils rund 30 Prozent beisteuerten. Er verwies aber ebenso auf die Auswirkungen der eingeleiteten Maßnahmen zur Ertragsverbesserung durch ein „adäquates Geschäftsmodell, ein modernes Betriebsmodell und die richtige Strategie“. (rem)

Foto: Trotz Berufshaftpflicht für Hebammen und mangelnde Deckung von Elementarschäden: VBK-Chef Frank Walthes konnte Wachstumszahlen präsentieren. (Quelle: rem)

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