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Lloyd’s sieht dunkle Wolken aufziehen

31.03.2014 – lloydsLloyd’s vermeldet exzellente 2013er Ergebnisse, sieht aber dunkle Wolken aufziehen: Die gezeichnete Bruttoprämie war 2013 von 25,5 Mrd. auf 26,1 Mrd. Pfund gestiegen. Dank dem Ausbleiben von US Hurricanes und einer daher auf 86,8 Prozent (2012: 91,1 Prozent) gefallenen combined ratio konnte Lloyd’s auf Kalenderjahresbasis (statt der herkömmlichen Zeichnungsjahresbasis) für 2013 einen Gewinn vor Steuern von 3,2 Mrd. Pfund vermelden (2012: 2,771 Mrd.).

Dieser Gewinn, der eine hinzugerechnete fiktive Verzinsung auf die großenteils nicht in Form von cash sondern von Bankgarantien und verpfändeten Wertpapieren enthält, enspricht 16,2 Prozent auf die benötigten Eigenkapitalien „funds at Lloyd’s“. 2012 waren auf dieser Basis 14,8 Prozent erwirtschaftet worden, 2011 hatte es einen leichten Verlust gegeben.

Ohne das Run-off-Ergebnis aus Vorjahren gerechnet hatte die accident year combined ratio 94,8 Prozent betragen gegenüber 98,3 Prozent im Jahr 2012. Die Verbesserung erklärt sich aus einem unterdurchschnittlichen Großschadenaufwand von lediglich 4,4 Prozent. Im Schnitt liegt dieser bei ca. elf Prozent der Prämie, 2012 war insofern ein nur leicht überdurchschnittliches Jahr gewesen. Die Besserabwicklung aus den Vorjahren hatte 2013 die combined ratio gleich um 8,0 Punkte reduziert (2012: um 7,2 Pozent-Punkte). Es scheint, als zeichne sich immer noch kein Ende der langen Serie von Besserabwicklungsjahren ab, vielmehr haben sich die Besserabwicklungen seit 2009 (5,6 Prozentpunkte combined ratio Beitrag) bis 2013 kontinuierlich gesteigert. Man kann nur hoffen, dass diese auf den ersten Blick überaus erfreuliche Entwicklung nicht allmählich eine beginnende Unterreservierung kaschiert.

In seinem Ausblick gibt der Lloyd’s Chairman John Nelson zu, das Ausbleiben von teuren Naturkatastrophen und die verzweifelte Suche der Anleger nach noch halbwegs attraktiven Investmentalternativen (etwa vermittels von cat bonds) führten derzeit zu einem zunehmenden Ratenverfall. Lloyd’s versuche, sich der Konkurrenz in den entwickelten Märkten durch eine Geschäftsverlagerung zu neuen Märkten in Asien und Lateinamerika zu entziehen.

Der Lloyd’s Markt besteht derzeit aus 91 Syndikaten 202 Maklern, 3.068 für die Syndikate Zeichnungsvollmacht besitzenden Coverholders. 43 Prämien der Prämien entfallen auf Nordamerika, 18 Prozent auf das Vereinigte Königreich, 15 Prozent auf Kontinentaleuropa. Das Geschäftsvolumen verteilt sie wie folgt auf die aktive Rückversicherung mit 37 Prozent des Volumens, Sach mit 23 Prozent, Casualty mit 19 Prozent, Transport mit acht Prozent, Energie mit sechs Prozent, Motor mit fünf Prozent sowie Luftfahrt mit zwei Prozent. (cpt)

Foto: Im Lloyd’s House sieht Chairman John Nelson dunkle Wolken aufziehen. (Quelle: Lloyd’s)

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