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Leitermann: Einsparen und ausbauen

13.02.2015 – Leitermann_SignalVorstandschef Ulrich Leitermann wollte die aktuellen Maßnahmen bei der Signal Iduna nicht als bloße Stellenstreichung, sondern als rechtzeitige Ausrichtung auf die Herausforderungen verstehen, denen sich die Branche beispielsweise angesichts der Verwerfungen, die insbesondere in der Lebensversicherung durch die Niedrigzinsphase ausgelöst werden, stellen muss. Diese wird nach seiner Einschätzung sicher noch bis 2020 anhalten. Im Gespräch mit VWheute nahm er Stellung zu den aktuellen Themen.

Mitarbeiter sollen zudem durch eine intensive Schulung fit gemacht werden für neue, veränderte Aufgaben – ein ganzes Berufsleben lang den gleichen Job zu machen ist nach Einschätzung von Leitermann passé. Gleichzeitig müsse die Unternehmensgruppe die Organisation schlanker machen und Arbeitsabläufe streichen, die beispielsweise effizienter elektronisch erledigt werden können.

VWheute: Im Oktober hat die Signal Iduna angekündigt, bis zu 1.400 Arbeitsplätze zu streichen – können Sie schon genauer sagen, inwieweit und in welchem Umfang es dabei zu betriebsbedingten Kündigungen kommen wird?

Leitermann: Wir haben zu unserem Zukunftsprogramm angekündigt, dass wir bis zum Jahr 2018 100 Millionen Euro zusätzlich investieren und 140 Millionen Euro einsparen wollen. Dabei wollen wir bis zu 1.400 Stellen ebenfalls bis 2018 einsparen. Zurzeit laufen die Gespräche mit den Betriebsverfassungsgremien. Der Personalabbau soll möglichst sozialverträglich erfolgen. Hier bin ich optimistisch, dass uns das gelingt.

VWheute: Sie haben angekündigt, für eine schlankere Struktur die Verwaltungsaufgaben auf die Hauptverwaltungen Dortmund und Hamburg zu konzentrieren und gleichzeitig die Vertriebsstruktur und die Kundenberatung vor Ort zu stärken – was heißt das konkret?

Leitermann: Wir zentralisieren vertriebsnahe Verwaltungsaufgaben, die bisher noch in der Fläche erledigt wurden, in einem zentralen Vertriebsservice an den beiden Hauptverwaltungsstandorten. Die vertriebliche Präsenz vor Ort wird ausgebaut, indem wir unser Geschäftsstellennetz sogar noch erweitern.

VWheute: Gleichzeitig wollen Sie die Servicequalität mit gut 100 Millionen Euro an Investitionen stärken – in welche Bereiche werden diese Investitionen fließen?

Leitermann: Wir investieren zusätzlich in die IT, in Prozessverbesserungen und in die Qualifikation unser Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

VWheute: In Ihrer Bilanz nach dem ersten Jahr als Vorstandsvorsitzender haben Sie betont, dass die Signal Iduna weiterhin auf Garantie-Produkte setzt. Können Sie das angesichts der auf unbestimmte Zeit anhaltenden Niedrigzinsphase auch jetzt noch durchhalten?

Leitermann:
Solange die Menschen in Deutschland Garantieprodukte nachfragen. und die Nachfrage ist ungebrochen. – die Menschen in Deutschland wollen diese Sicherheit – werden wir diese Produkte anbieten. Als einer der wenigen Allfinanzkonzerne können wir mit unseren Versicherungs- und Finanzprodukten für jeden Absicherungsbedarf und Risikotyp passgenaue Produkte bieten. Sicherlich werden wir uns in der Zukunft Gedanken machen über die Ausgestaltung von Laufzeiten und Garantien.


VWheute:
Bleiben Sie dabei, dass die Signal Iduna auch in Zukunft keine Online-Abschlüsse anbieten wird?


Leitermann:
Wir haben Versicherungen, die auch online abgeschlossen werden können. Zum Beispiel unsere jüngst als preisgünstigste ausgezeichneten Reiseversicherungsprodukte. Auch in der Pflegezusatzversicherung haben wir Online-Abschlussmöglichkeiten. Sobald es aber beratungsintensiver wird, wie bei Lebens-, Kranken- und vielen Kompositversicherungen, werden wir hier an unserer exzellenten Beratung unserer Außendienstpartner und der Vertriebspartner festhalten. Eine gute Beratung ist unverzichtbar, wenn es um die private und betriebliche Risikovorsorge geht.

Die Fragen stellte VWheute-Korrespondentin Susanne Görsdorf-Kegel.

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