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Lehrgeld für Transparo zweistellig millionenhoch

15.05.2014 – WeilerDie Bilanz des Berichtsjahres 2013, die von der HUK-Coburg-Versicherungsgruppe gestern in München vorgestellt wurde, ist nach Einschätzung des Unternehmenschefs Wolfgang Weiler eher „langweilig“, weil die Geschäftsentwicklung wiederum ähnlich wie in den Vorjahren verlaufen sei. „Sexy“ sei sie trotzdem, nachdem die gebuchten Brutto-Beitragseinnahmen erneut kräftig um 7,5 Prozent auf knapp sechs Mrd. Euro zugelegt haben. Dafür hat insbesondere das wiederum stark gewachsene Kfz-Geschäft beigetragen, wo im Neugeschäft die Vertragszahl um 15,9 Prozent auf 1,2 Millionen stieg.

Das Experiment mit dem Onlineportal Transparo indes habe kostentechnisch im zweistelligen Millionenbereich gelegen. Der Jahresüberschuss verminderte sich im Vergleich zum Vorjahr zwar von 379 Mio. auf 354,5 Mio. Euro, aber auch damit zeigte sich Weiler angesichts der Rahmenbedingungen „sehr zufrieden“. Die außergewöhnlich hohen Elementarschäden haben die Leistungsauszahlungen an die Kunden um 5,5 Prozent auf 5,6 Mrd. Euro in die Höhe getrieben und das Kapitalanlageergebnis ging aufgrund der schwierigen Kapitalmarktsituation um 7,7 Prozent auf eine Mrd. Euro zurück.
Spannender war daher schon, was der Huk-Coburg-Chef zu den Auswirkungen des Debakels der Debeka im Zusammenhang mit deren Vertriebsstrukturen auf die Huk-Coburg und ihr Vertrauensleute-System anzumerken wusste. Unmittelbar nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe gegen die Debeka habe sein Haus vorsichtshalber „eine großflächige Untersuchung“ eingeleitet, berichtete Weiler. Die habe jedoch „keinen Anlass für eine Veränderung des Vertriebssystems ergeben“, weil es sich „fundamental“ von jenem der Debeka unterscheide. Die Huk-Coburg arbeite nicht mit „Tippgebern“, ihre Vertrauensleute sind als Vermittler registriert, die gegen Stückprovision arbeiten.

Nicht ganz so gut lief es für die Huk-Coburg bei der Transparo AG. Zwar habe das 2011 gemeinsam mit dem HDI und der WGV übernommene Vergleichsportal – wie beabsichtigt – erfolgreich dafür gesorgt, dass sich der Wettbewerb auf diesem stark monopolisierten Markt mittlerweile spürbar verschärft habe. Die Umsatzerwartungen erfüllten sich jedoch nicht. Ein Grund sei, dass es nicht gelungen sei, eine starke Marke zu etablieren, ließ das für das Sachversicherungsgeschäft zuständige Vorstandsmitglied Klaus-Jürgen Heitmann wissen. Unterschätzt worden sei außerdem der finanzielle Aufwand, der dafür erforderlich ist. Etwas enttäuscht zeigte er sich schließlich davon, dass „die Initiative von der Branche nicht stärker mitgetragen wurde“. Den Marktanteil, den Transparo erreicht hat, schätzt er auf zehn bis 15 Prozent.

Per Ende Juni werde die Transparo AG ihre Geschäftstätigkeit deshalb einstellen. Die Kunden sollen auf das bislang hauptsächlich im Energieversorgungssektor tätige Vergleichsportal der Verivox-Gruppe übergeleitet werden, mit dem die Huk-Coburg künftig kooperieren will. So würden die Produkte der – im Berichtsjahr ebenfalls wiederum sehr erfolgreichen – Internet-Tochter Huk24 künftig alleine bei Verivox gelistet. Am Verivox-Kapital werde sich die Huk-Coburg aber nicht beteiligen, stellte Weiler klar. Genaue Angaben zu den Kosten für das Transparo-Experiment mochten er und Heitmann nicht machen. Sie hätten jedoch im zweistelligen Millionenbereich gelegen. (rem)

Foto: Huk-Chef Wolfgang Weiler stellt langweilige aber doch auch wieder sexy Bilanzzahlen vor (Quelle: rem)

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