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Konsortium unter Fairfax will Blackberry kaufen

25.09.2013 – Der kanadische Versicherer Fairfax bildet mit institutionellen Investoren ein Konsortium, um den von hohen Verlusten gebeutelten Mobilhersteller BlackBerry zu erwerben. Dieses bietet 4,7 Mrd US-Dollar.

Fairfax hält bereits zehn Prozent von BlackBerry. Diese Beteiligung will Fairfax-Ceo Prem Watsa in ein Bieterkonsortium einbringen, das die übrigen 90 Prozent zu neun Dollar je Aktie erwerben soll. Anschließend sollen die Aktien an der Nasaq Börse dekotiert werden. Watsa möchte nun selber an der Spitze eines Investorenkonsortiums BlackBerry zur einstigen technologischen Überlegenheit und Profitabilität zurückführen.

Der aus Indien stammende, gelegentlich mit Berkshire Hathaways Warren Buffett verglichene und angeblich zu den reichsten Kanadiern gehörende Watsa hatte zunächst anscheinend seit über einem Jahr darauf spekuliert, dass BlackBerry aus eigener Kraft die Sanierung schaffen würde. Die am 22. September von BlackBerry offenbarte eine Mrd. Dollar Verlust im zweiten Quartal 2013 hatten jedoch einen Strich durch diese Rechnung gemacht.

Zum Konsortium sollen noch nicht genannte kanadische Pensionsfonds gehören. Unklar ist, ob das Konsortium über genügend Eigenmittel beziehungsweise externe Finanzierung verfügt. Genannt werden hier die Bank of America (BofA), Merril Lynch und BMO Capital Markets. Denkbar ist, dass die Fairfax-Offerte höhere Angebote von Dritten provozieren wird und dass dies das eigentliche Ziel von Watsa ist. In diesem Szenario erhielte das Konsortium in der Vereinbarung mit BlackBerry eine breakup fee von 0,30 US-Dollar je Aktie, also 157 Mio. US-Dollar

Fairfax wies zum Ende des Bilanzjahres 2012/13 eine Bruttoprämie von 8,0 Mrd. US-Dollar. Die Bilanzsumme betrug 36,9 Mrd. US-Dollar und das Eigenkapital 7,7 Mrd. US-Dollar. Zu Fairfax gehören die Rückversicherer Odyssey Re, Polish Re, Singapore Re (27,45 Prozent), Thai Re (25 Prozent) sowie dieverse Erstversicherer aus Asien, den USA, dem Mittleren Osten und des weiteren die Run-off-Grupee RiverStone.

Für Fairfax könnten sich hieraus zwei Gefahren ergeben: ein abgelenkter CEO, der dem Kerngeschäft von Fairfax nicht die angesichts schwächer werdener Raten erforderliche Aufmerksamkeit widmet, sowie das Entstehen eines Klumpenrisikos in der Bilanz von Fairfax. Dies dürfte sowohl für die kanadische Aufsichtsbehörde als auch für die Ratingagenturen ein Warnzeichen sein. Die in erheblichem Umfang fremdfinanzierte Holding wird von S&P mit BBB- benotet, die wichtigsten Tochtergesellschaften mit A-. Es bedürfte zur Eliminierung von Fairfax als akzeptablem Rückversicherer der Herabstufung um lediglich einen „notch“, als auf BBB+. Dann hätten es die operativen Fairfax-Gesellschaften schwer, noch Neugeschäft zu zeichnen, auch müssten unter manchen Bestandsgeschäften Sicherheiten hinsichtlich der technischen Rückstellungen hinterlegt werden. Erinnerlich ist noch, wie schwer es Converium Re und Scor vor einigen Jahren in ähnlicher Lage hatten. (cpt)

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