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Dementi und Machtkampf um Provinzial NordWest.

10.06.2014 – ulrich-ruetherExklusiv von VWheute-Korrespondent Wolfgang Otte

Mit Entschiedenheit zurückgewiesen und an Klarheit nicht zu übertreffen hat der Pressesprecher des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe, Andreas Löbbe, Berichte über einen beabsichtigten Verkauf der Provinzial NordWest-Gruppe (siehe auch VWheute vom 6.6.2014). Die Eigentümer hätten untereinander vertragliche Bindungen, die dies ausschließen würden. Die Äußerungen der Betriebsräte in der Öffentlichkeit entbehrten jeglicher Grundlage.

Löbbe teilte mit, dass es eindeutige Gremienbeschlüsse gebe, nach denen Verkaufsabsichten der Eigentümer Sparkassenverband Westfalen-Lippe (40 Prozent), Landschaftsverband Westfalen-Lippe (40 Prozent), Sparkassen- und Giroverband Schleswig-Holstein (18 Prozent) und Ostdeutscher Sparkassenverband  (zwei Prozent) oder eine früher beabsichtigte Fusion mit der Provinzial Rheinland Gruppe für den Konzern mit Standorten in Münster, Kiel und  Hamburg vom Tisch seien. Löbbe unterstrich, dass die Eigentümer großes Interesse daran haben, eine „aus Spekulationen bestehende Diskussion“ zu beenden, um dem Unternehmen „keine Reputationsschäden zuzufügen“. Übrigens der gleiche Vorwurf, den die Betriebsräte den Eigentümern machen.

Hinter den Kulissen des mittelgroßen Versicherungskonzerns tobt nach Insider-Informationen ein Kampf um die Besetzung der Stelle des Vorstandsvorsitzenden. Der Vertrag des jetzigen Chefs, Ulrich Rüther, endet nach Recherchen von VWheute am 31.12.2014 und soll auf keinen Fall verlängert werden. Dem haben offensichtlich alle Eigentümer-Vertreter im Aufsichtsrat bereits zugestimmt, so dass es keine für eine Vertragsverlängerung notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit geben soll. Ein Nachfolger werde bereits gesucht. Gerüchteweise heißt es in Branchenkreisen, dass dieser bereits gefunden sei. Ob auf der Aufsichtsratssitzung am 24. Juni das Thema Rüther oder andere Vorstandspersonalien behandelt werden, war nicht zu erfahren. Dem gegenüber wollen die Betriebsräte, dass der aus ihrer Sicht erfolgreich agierende Vorstandsvorsitzende weitermachen soll. Rüther war u.a. dadurch in Misskredit geraten, weil er vor rund zwei Jahren in eine bis heute nicht aufgeklärte, mysteriöse Schraubenzieher-Attacke gegen seine Person verwickelt war. Später gab er zu, den Vorfall erfunden zu haben. Das war zu einem Zeitpunkt, als beabsichtigt war, die NordWest-Gruppe an die Allianz zu verkaufen. Nach starken Protesten der rund 6.000 Beschäftigten und Intervention aus der Politik wurden diese Pläne wieder fallen gelassen. Seitdem gilt der Präsident des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe, Rolf Gerlach, den Betriebsräten als „rotes Tuch“, weil er nach deren Auffassung insgeheim Aktivitäten entfalten soll, um doch noch einen Verkauf zu erreichen. – Wir berichten weiter.

Bild: Die Zukunft von Vorstandschef Rüther scheint ungewiss. (Quelle: PNW)

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