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Keine Haftung für belgische Atomkraftwerke

02.05.2016 – atomkraftwerk_pixelioDie belgischen Kernkraftwerke Doel und Tihange sorgen derzeit wiederholt für Negativ-Schlagzeilen in den Medien. Die Versicherer wollen allerdings im Falle eines Unfalls nur einen Teil der Haftung übernehmen. Wie die WirtschaftsWoche unter Berufung auf den belgischen Branchenverband Assuralia berichtet, wollen die Versicherer nur einen Teil der gesetzlichen Haftpflicht pro Kernkraftwerk in Höhe von 1,2 Mrd. Euro übernehmen.

Demnach wollen die Versicherer laut Assuralia nur für eine Summe von 480 Mio. Euro aufkommen. Die Deckungslücke von 720 Mio. Euro soll hingegen der belgische Staat übernehmen. Einem entsprechenden Antrag werde laut Bericht wohl entsprochen.
“Die Versicherungsbranche hat ein klares Misstrauensvotum abgegeben, weil sie an der Unabhängigkeit der belgischen Atomaufsicht zweifelt”, wird Jan Haverkamp von Greenpeace in der WirtschaftsWoche zitiert.

Nach der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima gab es in der EU entsprechende Vorschläge für einheitliche Haftungssummen. Diese seien von den Mitgliedstaaten jedoch abgelehnt worden. Zwar will die EU-Kommission an dem Projekt festhalten, aber “das Thema ist politisch tot”, wird Haverkamp zitiert.

In Deutschland gibt es keine Haftungsbeschränkung für die Kernkraftbetreiber. Diese müssen zudem pro AKW eine Summe bis zu 2,5 Mrd. Euro bereithalten. Bei einem Unfall im Ausland werden Betroffene in den Grenzregionen jedoch nicht nach deutschem Recht, sondern nach der Haftpflicht des Betreibers entschädigt, berichtet das Blatt weiter.

Um die Bevölkerung im Falle einer Reaktorkatastrophe entsprechend zu schützen, verteilt Belgien jetzt vorsorglich Jod-Tabletten, berichtet der Nachrichtensender n-tv. Die Region Aachen wolle dabei nachziehen. Betroffen seien dabei alle Bürger in einem Umkreis von 100 Kilometern um ein Atomkraftwerk, wird eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums zitiert.

Der zuständige Städteregionsrat von Aachen, Helmut Etschenberg, kündigte laut n-tv ebenfalls an, das nordrhein-westfälische Innenministerium um die Verteilung von Jod-Tabletten zu bitten. Doel liegt in der Nähe von Antwerpen und ist etwa 150 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Tihange liegt in der Nähe von Lüttich und damit etwa 70 Kilometer von Aachen entfernt. (vwh/td)

Bildquelle: Thorben Wengert / pixelio.de

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