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Karl-Josef Laumann im Gespräch mit Allianz-Krankenvorstand König: “Pflege ist eine Mammut­aufgabe”

10.07.2014 – 1890_pflege_laumannZur Begleitung ihres Schwerpunktthemas “Pflege” in der neuen Printausgabe des Magazins der Allianz Deutschland AG 1890 sprechen Karl-Josef Laumann, Pflegebeauftragter der Bundes­regierung, und Birgit König, Vorstandsvorsitzende der Allianz Private Krankenversicherung, auf der Website des Mediums über die Frage: Wie kann sich Deutschland künftig würdige Pflege leisten?

Laumann: Pflege muss einen höheren Stellenwert im Gesundheitssystem bekommen. Über die aktuelle Reform der Pflegeversicherung wird schon ab 2015 mehr Geld ins System fließen, und meine wichtigste Aufgabe wird sein, dafür zu sorgen, dass dieses Geld wirklich bei den Pflegebedürftigen ankommt. Es muss für den da sein, der pflegebedürftig ist, das heißt aber auch, es muss bei denen ankommen, die die Arbeit am Pflegebett leisten. [...]

König: Wir sind eines der am schnellsten alternden Länder der Welt. Daraus ergibt sich die Frage: Wie können wir uns würdige Pflege in der Breite leisten? Die staatliche Pflegeversicherung wird dafür nicht ausreichen. Für die Notwendigkeit einer zusätzlichen privaten Absicherung müssen wir erst das Bewusstsein schaffen. 60 Prozent der Deutschen sagen in Umfragen, dass sie vom Thema Pflegezusatzversicherung zwar gehört haben, aber nur wenige beschäftigen sich auch damit. Und dann meist erst mit 50, 60 Jahren, wenn erste Pflegefälle im näheren Umfeld ins Bewusstsein rücken. [...]

Laumann: Als wir vor 20 Jahren die Pflegeversicherung eingeführt haben, war ich als junger Abgeordneter dabei, ich bin Zeitzeuge. Damals hat Demenz schlicht keine Rolle gespielt, wir hatten vielmehr vor Augen, dass ein Mensch bestimmte Dinge nicht mehr leisten kann, weil er es körperlich nicht schafft. Er kann nicht mehr essen, weil er seine Hände nicht bewegen kann. Wir haben nicht vor Augen gehabt, dass er vergisst, zu essen, vergisst, sich zu waschen. Deshalb werden wir bis zum Ende der Legislatur den neuen Begriff der Pflegebedürftigkeit umsetzen, eine Mammutaufgabe. […]

1890: Sind wir als Gesellschaft ausreichend auf diese Entwicklung vorbereitet?

König: Aus meiner Sicht hängt es sehr stark davon ab, ob wir eine Druckentlastung in der Finanzierung erreichen können. Das muss zum einen die private Vorsorge sein, zum anderen sind es die Strukturen, in denen häusliche und professionelle Pflege zusammenspielen.

Laumann: Wir müssen weg vom Kästchendenken. Vielen Familien wird es helfen, wenn sie das Geld aus der Pflegeversicherung flexibler einsetzen können, zum Beispiel für hauswirtschaftliche Leistungen oder die bessere Kombinationsmöglichkeit von Kurzzeit- und Verhinderungspflege sowie Tages- und Nachtpflege. Die entsprechende Gesetzesänderung dazu wird zum 1. Januar 2015 in Kraft treten. (vwh)

Damit erfüllt die Politik auch die Aufforderung von PKV-Verbandsdirektor Volker Leienbach, die Kommunikation zum Thema Pflege deutlich zu verstärken. (Siehe KÖPFE)

Bild: Karl Josef Laumann und Birgit König sprechen im Interview über die großen Herausforderungen der Pflegeversicherung. (Quelle: Screenshot Artikel 1890, Allianz)

Link: Webseite des Magazins 1890 der Allianz Deutschland AG mit dem Gespräch Laumann-König

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