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Integrierter Risikomanager mit Start-up-Mentalität

29.03.2016 – Rapberger_AccentureVersicherer können sich vom reinen Zahler zum integrierten Risikomanager entwickeln. Die dafür notwendige Vernetzung im Internet der Dinge erreichen Versicherer mit einer Start-up-Mentaliät, erklärt Werner Rapberger von Accenture. Hierbei sei eine mit Google vergleichbare Fast-Failure-Kultur von zentraler Bedeutung.

VWheute: Allianz und Panasonic, Cosmos Direkt und Devolo: Die Kooperationen zwischen Versicherern und Smart Home-Anbietern scheinen Fahrt aufzunehmen. Welchen Nutzen haben solche neuen Partnerschaften für Versicherer?

Werner Rapberger: Die Vorteile für Versicherer sind wirklich vielfältig. Sie reichen von der Ausstrahlungswirkung einer starken und etablierten Marke über die Positionierung als innovativer Lösungsanbieter bis hin zum Zugang zu neuartigen Echtzeitdaten rund um das Nutzungsverhalten von Wohnungen und Gebäuden. Dadurch lernt der Versicherer seine Kunden und deren Bedürfnisse besser kennen. Andererseits helfen Sensoren wie Feuermelder oder Wassersensoren, Schäden schneller zu erkennen bzw. ganz zu vermeiden. Dadurch sinken die Schadenquoten und natürlich auch die Prämien für die Kunden. Durch den Aufbau eines Ökosystems von sicherheitsrelevanten Zusatzservices können sich die Versicherer vom reinen Zahler im Schadensfall hin zu einem integrierten Risikomanager entwickeln.

VWheute: Inwieweit könnte das Ganze in der Versicherungsbranche Schule machen?

Werner Rapberger: Vor dem Hintergrund von Pilotprojekten bei einigen Anbietern und ersten Angeboten eigener Lösungen sehen wir einen Trend zu Smart Home-Lösungen bei Versicherern. Allerdings wird der Markt umkämpft sein, da auch Spieler aus anderen Branchen, wie zum Beispiel Telekommunikationsanbieter, Energieversorger, Entertainment-Unternehmen oder etwa auch Internet-Giganten wie beispielsweise Amazon daran interessiert sind, die Wohnung des Kunden mit Smart-Home Lösungen auszustatten. Um als Versicherer erfolgreich zu sein, ist ein klarer Kundennutzen (z.B. Sicherheit) des Angebots notwendig. Dies muss mit einer einfachen Installation und Bedienung der notwendigen Technologie verbunden sein. Viele Angebote am Markt sind noch immer eher auf “Technikfreaks” ausgerichtet und machen den Kunden keine Freude. Zusätzlich könnte die Verbreitung durch einleuchtende und neuartige Vertriebskonzepte (z.B. Hausverwaltungen) gefördert werden.

VWheute: Was müssen Versicherer tun, um solche neuen Angebote zu schaffen? Inwieweit müssen sie sich hier neu aufstellen?

Werner Rapberger: Versicherer sollten aktiv Kooperationen prüfen und Partnerschaften eingehen. Zugleich bedarf es einer neuen Agilität und Flexibilität. Es sind also in gewisser Weise Start-up-Qualitäten für solche Produktinnovationen gefragt. Dazu gehören kurze Produktentwicklungszyklen, ein rascher Markteintritt, auch unter Nutzung von Partnern, aber eben auch ein möglichst schnelles Erkennen des Misserfolgs und des Scheiterns mit einer Idee. Auch Versicherer können und sollen, wie zum Beispiel Google als eines der führenden Internetunternehmen, fortlaufend neue Dinge ausprobieren und dann auch sang- und klanglos nach einem Misserfolg wieder einstellen. Wichtig ist letztlich, aus solchen Fehlschlägen zu lernen und es beim nächsten Mal besser zu machen. Letztendlich ist der Kunde der Maßstab des Erfolgs und je schneller man die Rückmeldung hat, desto besser. Mut zur Innovation macht sich hier in jedem Fall bezahlt. (vwh)

Bild: Werner Rapberger, Internet-of-Things-Experte in der Versicherungspraxis bei Accenture.

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