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Hannover Rück: Zuversicht trotz schlechterer Raten

05.02.2015 – ulrich_wallin_hannover_reUngeachtet des verschärften Wettbewerbs auf dem Markt für Schaden-Rückversicherungen und teilweise deutlich gesunkener Raten ist die Hannover Rückversicherung AG mit den Ergebnissen der Erneuerungsrunde zum Jahreswechsel “weitgehend” zufrieden. Ausgezahlt hat sich, wie Vorstand Jürgen Gräber hervorhob, die Pflege etablierter Kundenbeziehungen.

Vom gesamten Vorjahresprämienvolumen in der Schaden-Rückversicherung (ohne fakultatives Geschäft und strukturierte Rückversicherung) in Höhe von 6,18 Mrd. Euro standen zum 1. Januar knapp zwei Drittel der Verträge im Volumen von insgesamt 3,99 Mrd. Euro zur Erneuerung an. Verlängert wurden Verträge im Umfang von 3,62 Mrd. Euro. Insgesamt belief sich das erneuerte Prämienvolumen auf 4,02 Mrd. Euro, ein Zuwachs von einem Prozent bei unveränderten Wechselkursen.

Dass dies stabil gehalten werden konnte, ist vor dem Hintergrund des nochmals gestiegenen Selbstbehaltes der Erstversicherer zu sehen. Gründe sind das Ausbleiben von Großschäden (siehe DOSSIER) und der damit verbesserten Kapitalausstattung der Erstversicherer. Druck auf die Preise, insbesondere im Naturkatastrophengeschäft ging erneut vom Zufluss alternativen Kapitals aus, insbesondere von Pensionsfonds in Nordamerika und Skandinavien aus. In Programmen, die 2014 von Schäden belastet waren, konnten jedoch auch Ratenerhöhungen erzielt werden. Dies galt insbesondere für Deutschland, nicht jedoch für die durch hohe Schäden belastete Luftfahrtsparte. Insgesamt verringerten sich die Raten der Hannover Rück im zweiten Jahr in Folge um 2,8 Prozent (Vorjahr: -3,8 Prozent), so Gräber.

Wallin sieht Chancen auf ein erneut sehr gutes Ergebnis des Konzerns. Hannover Rück 2015 werde eine “angemessene“ Profitabilität erzielen und etwas mehr als die Kapitalkosten verdienen. Zudem erwartet er gute versicherungstechnische Ergebnisse in der Schaden-Rückversicherung, zumal auch die bereits hohen Schaden-Rückstellungen kaum noch aufgestockt werden dürfen. Unterstützt wird die Profitabilität auch durch den Preisrückgang bei der Retrozession. Höhere Gewinne und mehr Bruttoprämie soll die Personen-Rückversicherung abliefern, nachdem Hannover Rück die Problembereiche in Australien und den USA in den Griff bekommen hat.

Insgesamt zeigte sich Wallin zuversichtlich, bei stabilen im niedrigen einstelligen Prozentbereich steigenden Bruttoprämien ein Konzernergebnis von rund 875 Mio. Euro erreichen zu können. Für 2014 waren für die Talanx-Tochter 850 Mio. Euro in Aussicht gestellt worden. Bei der Dividende – zuletzt drei Euro – hält er eine leichte Erhöhung für denkbar. Auf deutlich mehr als eine Mrd. Euro veranschlagte Wallin die Summe in der Schatulle für Zukäufe. Nach den guten Gewinnen der Schaden-Rückversicherungen in den vergangenen Jahren sei eine Aquisition sehr teuer. Außerdem mahnten die sinkenden Prämien zur Vorsicht. (cs)

Bild: Ulrich Wallin (Quelle: Hannover Re)

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