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Hannover Rück trotzt Flut und Hagel

06.11.2013 – wallin-36Selbst die seit drei Jahrzehnten schwersten Naturkatastrophen in Deutschland, welche die Versicherungswirtschaft in diesem Jahr getroffen haben, können die Hannover Rück nicht aus der Bahn werfen. Vorstandschef Ulrich Wallin hält das Gewinnziel von rund 800 Millionen Euro in diesem Jahr nicht gefährdet und hat für 2014 die Latte mit 850 Mio. Euro sogar noch ein Stück höher gelegt.

Gleichzeitig hebt er aber auch erneut den Erwartungswert für Großschadenbelastungen von 625 Mio. Euro auf 670 Mio. Euro an. Damit reagiert Wallin auf die Warnungen der Klimaforscher, die weltweit eine Zunahme von Naturkatastrophen voraussagen.

Im 3. Quartal 2013 schlug bei der Hannover Rück der schwere Hagelsturm „Andreas“ in Deutschland, der Milliardenschäden an Autos und Häusern anrichtete, mit allein 64 Mio. Euro zu Buche. Im laufenden Quartal dürften so Finanzvorstand Roland Vogel durch den Herbststurm „Christian“ Ende Oktober weitere Belastungen von mehr als 10 Mio. Euro, aber deutlich weniger als 50 Mio. Euro hinzukommen. Dennoch bewegt sich die Großschadenbelastungen in den ersten neun Monaten mit 446,7 (Vorjahr: 193,0) Mio. Euro im Rahmen der Erwartungen. Geholfen dabei hat die Tatsache, dass die Hurrikan-Saison in Amerika erneut ruhig verlaufen ist. Dies spiegelt sich auch in der Schaden-/Kostenquote nieder, die mit 95,0 Prozent unter dem Vorjahreswert von 96,5 Prozent liegt und ebenso im versicherungstechnischen Ergebnis der Schaden-Rückversicherung von 243,4 (169,7) Mio. Euro.

Bei Beitragseinnahmen von brutto 10,54 (10,30) Milliarden Euro weist der weltweit drittgrößte Rückversicherer einen um 8,6 Prozent auf 613,2 Mio. Euro geschrumpften Konzerngewinn aus. Maßgeblich für den Gewinnrückgang war weniger die Schadenbilanz als vielmehr die durch Niedrigzinsen stark verringerten Kapitalanlageerträge. Sie lagen mit 1,05 Mrd. Euro um 12,9Prozent unter Vorjahr, das allerdings durch hohe Veräußerungsgewinne geprägt war. Finanzvorstand Vogel rechnet damit, dass im kommenden Jahr die Kapitalmarktrendite weiter von 3,4 auf 3,2Prozent sinken wird. Und er gestand ein: „Ich habe keine Wunderwaffe in petto.“ Mehr Gewinn verspricht er sich durch Konzentration auf lukrative Geschäftsfelder und eine Ausweitung des Prämienvolumens. Letzteres gestaltet sich jedoch schwierig, denn in der Schaden-Rückversicherung hat sich der Prämiendruck, vor allem auch durch neue Konkurrenz, die wegen der Niedrigzinsen lukrativere Geldanlagen insbesondere im Naturkatastrophengeschäft sucht, verschärft. In Deutschland glaubt die Tochter des Talanx-Konzerns allerdings, getrieben durch den hohen Schadenanfall höhere Beitragssätze durchsetzen zu können. Unverändert hält Wallin an seiner selektiven Zeichnungspolitik fest. Stimmen die Margen nicht, dann will er auf Marktanteile verzichten. Allerdings rechnet er durch die steigende Wertekonzentration in Ballungszentren mit einer stabilen Nachfrage. Wachstum bringen sollen vor allem Zukäufe in der Personen-Rückversicherung beispielsweise in Asien und Südamerika. Dieser Bereich hat allerdings in den ersten neun Monaten einen Gewinn abgeliefert, der mit 136 Mio. Euro um 27,9Prozent unter dem Vorjahreswert lag. Als Ursache werden erhebliche Belastungen aus australischem Berufsunfähigkeitsgeschäft genannt. Insgesamt erwartet die Hannover Rück im kommenden Jahr ein Prämienwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich. (cs)

Foto: Ulrich Wallin, Vorstandsvorsitzender der Hannover Rück (Quelle: Hannover Rück)

Link: Zwischenbericht der Hannover Rück für das dritte Quartal

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