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Hannover Rück macht Aktionäre froh

11.03.2015 – ulrich_wallin_hannover_reNach dem dritten Rekordjahr in Folge und einem unerwartet hohen Gewinn können sich die Aktionäre der Hannover Rückversicherung SE in Hannover über eine deutlich höhere Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2014 freuen. Neben der unveränderten laufenden Dividende von drei Euro gibt es eine stattliche Sonderdividende von 1,25 Euro. Die Märkte hatten nur mit einem Aufschlag von 0,65 Euro gerechnet.

Kein Wunder, dass der Aktienkurs der Hannover Rück auf ein Rekordhoch schoss. In der Sonderdividende sieht Vorstandschef Ulrich Wallin eine Kapitalmaßnahme, weil die Kapitalisierung der Hannover Rück weit über ihrem Kapitalbedarf liegt.

Bei der Vorlage der Bilanz begründete er den Erfolg mit dem kräftig auf 986 (895) Millionen Euro verbesserten Konzernergebnis. Erwartet worden waren nur 850 Mio. Euro. Ursache für die deutliche Steigerung war ein mit 1,47 Mrd. Euro um 19,3 Prozent höheres operatives Ergebnis (Ebit). Dies fusst zum einen auf der Personen-Rückversicherung, in der die Belastungen aus dem australischen Invaliditäts- und US-Mortalitätsgeschäft beseitigt werden konnten und zum anderen auf der Schaden-Rückversicherung, bei der die Großschadenbelastung erneut deutlich unter den Erwartungen lag. Hinzu kam ein nochmals verbessertes Kapitalanlageergebnis.

In der Schaden-Rückversicherung wurde die Hannover Rück durch Großschäden nur mit 426 Mio. Euro (2013: 578 Mio.) belastet und blieb damit unter dem Budget von 670 Mio. Euro. Wegen der überraschend hohen Luftfahrtschäden (Absturz zweier Maschinen der Malaysian Airlines und Zerstörung der Luftflotte in Libyen) stockt Wallin dennoch das Großschadenbudget für 2015 auf 690 Mi. Euro auf.

Trotz aller Erfolge blieb 2014 für die Hannover Rück ein schwieriges Jahr. Es war gekennzeichnet durch Niedrigzins und den unter Druck stehenden Prämien. Es gibt ein Überangebot an Rückversicherungsschutz, weil die Erstversicherer dank ihrer Kapitalkraft den Eigenbehalt erhöhen und neue Konkurrenten wie Pensionsfonds in den Markt einbrechen. Dennoch konnte der Rückversicherer die Prämieneinnahmen 2014 um brutto 2,9 Prozent auf 14,4 Mrd. Euro erhöhen. Dazu trug die Schaden-Rückversicherung 7,9 Mrd. Euro (+1,1 Prozent) und die Personen-Rückversicherung 6,5 Mrd. Euro (+5,1 Prozent) bei.

Für 2015 hält Wallin an seinem bereits skizzierten Ausblick fest. Ungeachtet der unverändert schwierigen Rahmenbedingungen glaubt er dennoch, wieder ein gutes Ergebnis erzielen zu können. Bei einem moderaten Prämienwachstum (höchstens niedrig einstellig), weiter wachsenden Kapitalanlagen mit einer Rendite von 3,0 Prozent nach erzielten 3,3 Prozent im Vorjahr soll das Konzernergebnis 875 Mio. Euro erreichen. Die Dividenden-Ausschüttungsquote soll bei den üblichen 35 bis 40 Prozent liegen, auch wenn sie für 2014 mit 52 Prozent überschritten wurde.

Allerdings stellte Wallin den Aktionären angesichts der komfortablen Kapitalisierungssituation auch für 2015 eine höhere Quote in Aussicht. Das Eigenkapital hatte 2014 die Rekordhöhe von 7,6 Mrd. Euro (+28,2 Prozent) erreicht. Es gibt also wie Wallin einmal formulierte zu viel “faules” Kapital. (cs)

Bild: Ulrich Wallin (Quelle: Hannover Re)

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