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Hannover Rück knackt Milliarden-Marke

11.03.2016 – ulrich_wallin_hannover_reIm vierten Rekordjahr in Folge hat die Hannover Rück SE beim Gewinn 2015 die Milliarden-Marke geknackt. Dank eines “bemerkenswerten” und über den Erwartungen liegenden Prämienwachstums und erneut geringer Belastungen durch Großschäden sowie eines guten Kapitalmanagements stand unter dem Strich ein Konzerngewinn von 1,15 (Vorjahr: 0,99) Mrd. Euro. Angepeilt worden waren 950 Mio. Euro.

An dem “sehr erfreulichen” Ergebnis sollen auch die Aktionäre teilhaben, wie Vorstandschef Ulrich Wallin bei der Vorlage der Bilanz ankündigte. Die Dividende wird von 3 auf 3,25 Euro erhöht; hinzu kommt erneut eine Sonderausschüttung von 1,5 nach 1,25 Euro. Insgesamt erhalten die Aktionäre also 4,75 Euro, wobei Mehrheitseigner Talanx mit 260 bis 270 Mio. Euro das größte Stück vom Kuchen bekommt. Die Börse quittierte die guten Zahlen, die besser als von Analysten erwartet ausfielen, mit einem zeitweiligen Kursanstieg um vier Prozent auf etwa 98,00 Euro.

Die gebuchte Bruttoprämie wuchs 2015 um stattliche 18,8 Prozent auf 17,07 Mrd. Euro und damit deutlich stärker als erwartet. Währungskursbereinigt steht ein Plus von 8,7 Prozent zu Buche. Dass der Gewinn noch stärker zulegte, nämlich um 16,7 Prozent, führt Wallin auf das verbesserte Ebit beider Sparten (Schaden- und Personen-Rück), den starken Dollar sowie das sehr gute Kapitalanlageergebnis zurück. Das Ebit wird mit 1,76 Mrd. Euro (+ 19,7 Prozent) ausgewiesen, der Kapitalertrag mit 1,67 Mrd. Euro (+ 13,1 Prozent). Das Eigenkapital wuchs um 7 Prozent auf 8,07 Mrd. Euro. Den Anstieg will Wallin etwas dämpfen, daher die neuerliche Sonderdividende. Mit ihrer Kürzung oder Streichung hält er sich für die Zukunft den Weg offen, Wachstum ohne Kapitalerhöhung finanzieren zu können. Die Chancen auf einen harten und damit mehr Geschäft versprechenden Markt in der Schaden-Rück seien jedoch derzeit gering.

Die Schaden-Rückversicherung hat nach den Worten von Wallin 2015 in jeder Hinsicht ein gutes Ergebnis erzielt. Gerechnet worden sei nur mit einem geringen Anstieg der Prämien, doch die Kapazitäten von Hannover Rück seien gefragt gewesen. Man habe attraktive Prämien bei Neuabschlüssen in den USA sowie in der Landwirtschaft erzielt. Die Beiträge erhöhten sich um 18,2 Prozent auf 9,34 Mrd. Euro. Die Schaden-/Kostenquote konnte auf 94,4 (94,7) Prozent gedrückt werden, auch weil die Großschäden mit 573 (426) Mio. Euro netto deutlich geringer als budgetiert (690 Mio. Euro) ausfielen. Den größten Schaden dürfte mit geschätzten 111,1 Mio. Euro die Explosion im Hafen von Tianjin in China verursacht haben. Allerdings steckt die Abwicklung laut Wallin noch in den Anfängen. Als positiv bewertete er das Abwicklungsergebnis. Manche Einzelschäden seien günstiger reguliert worden, so dass das Unternehmen hohe Reserven habe auflösen können.

Substanziell verbessert hat sich auch die Personen-Rückversicherung: Prämienwachstum 19,7 Prozent auf 7,7 Mrd. Euro, operatives Ergebnis 405 Mio. Euro (+53,6 Prozent). Wachstumstreiber waren vor allem die Märkte in Asien sowie das Langlebigkeitsgeschäft. Stark zum Ergebnis beigetragen hat vor allem das Financial-Solutions-Geschäft, durch das sich Erstversicherer eine alternative Möglichkeit der Kapitalbeschaffung erschließt. Aber auch die Kündigung eines Vertrags wegen Inhaberwechsels spülte knapp 40 Mio. Euro in die Kasse.

Für 2016 zeigt sich Wallin recht zuversichtlich, auch wenn er vor dem Hintergrund der Erneuerungsrunde zum Jahresanfang nur mit stabilen oder sogar leicht rückläufigen Beitragseinnahmen rechnet. Das Konzernergebnis soll mindestens 950 Mio. Euro betragen, die Basisdividende zumindest auf dem Niveau von 2015 liegen. Eine neuerliche Sonderdividende hält Wallin angesichts der Marktverhältnisse für wahrscheinlich. Er setzt dabei auf weiter steigende Gewinne in der Personen-Rückversicherung. In der Schaden-Rückversicherung baut Wallin trotz weiterer Ratenreduzierungen auf die Qualität des Portefeuilles, das hohe Konfidenzniveau der Schadenreserven und verbesserte Bedingungen durch erhöhte Retrozession. Wachsende Kapitalanlagebestände sollen wiederum einen stabilen Ertrag gewährleisten. (cs)

Bild: Ulrich Wallinn, Vorstandsvorsitzender der Hannover Rück

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