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Hannover Re von Soft-market Gerede unbeeindruckt

16.09.2014 – wallin_hannover_re_montecarlo_2014_totale_cptEin Korrespondentenbericht von Philipp Thomas.

Ulrich Wallin, CEO der Hannover Rück, sieht trotz des derzeitigen Kapazitätsüberhangs keinen Grund zur Panik. Seine Gründe:

Der eingetretene Ratenabrieb könne nicht weiter andauern, denn Niedrigzinsen ließen keinen weiteren Spielraum für zusätzliche Konzessionen auf der Ratenseite. Gleichzeitig gäbe es erheblichen Druck der Aktionäre auf das Management, keinesfalls eine Combined Ratio von über 100 Prozent zuzulassen. Insofern würden sich die Preise ganz anders als anlässlich früherer Cycle-Erfahrungen aus den 1990ern entwickeln.

Der Ratenabrieb werde sich erst ab Zeichnungsjahr 2014 bemerkbar machen, das Kalenderjahresergebnis 2014 sei noch wesentlich durch besser ratierte unverdiente Prämie aus früheren Zeichnungsjahren mitgeprägt. Der Schmerz werde also erst ab 2015 wirklich spürbar.

Kräftig verdient werden könne derzeit im Finite Re Geschäft. Dies werde durch Solvency II in Europa und ähnliche neue Regeln in China beflügelt.

Direkte Zedentenbeziehungen sind weniger dem Ratendruck ausgesetzt. Teilweise bestehe gar die Möglichkeit der Anteilserhöhung.Chancen bestünden auch in China und Thailand.

Das verstärkte Aufkommen von ILS haben auch zwei positive Aspekte: Hannover Re verdiene als ILS-Transformer (z.B. für den Texas Windpool) risikofreie Margen, außerdem könnte man so günstigen Retro-Ersatz einkaufen.

Weltweites Cat-Geschäft zeichnet Hannover Re auf den steuergünstigen Bermudas. Gesteuert durch Kapitalallokation von oben sei das Portefeuille bereits zurückgefahren worden. Die Raten seien zwar noch auskömmlich aber nicht übermäßig attraktiv. Einen weiteren Ratenabrieb werde es im Markt nicht geben.

Auch die ILS-Konkurrenz müsse akzeptable Ergebnisse liefern, daher fürchte man sie nicht übermäßig. Zunehmend gäbe es nun „private layers“, die an einen einzigen Rückversicherer gingen, also nicht an den „subscription market“.

Recht offen äußerte sich Ulrich Wallin auch zur Reservierungspolitik seines Hauses: Den Hannover Re Reservierungsstandard habe man anlässlich des Talanx-IPO erstmals offengelegt. Mittlerweile seien wohl  80 Prozent Confidence Level erreicht (1,5 Mrd. Euro an Polster oberhalb von 18 Mrd. an Rückstellungen auf Central Estimate Basis). Hannover Re gedenke nicht, die Reserven zwecks Ergebnisglättung abzuspecken. Die von der Branche verzeichneten Besserabwicklungen der letzten Jahre erklärten sich aus allzu pessimistischen Inflationserwartungen, die in die Long-tail Einzelfall-Reserven eingeflossen seien (siehe MÄRKTE)

Bild: Der Hannover Rück Vorstand in Monte Carlo. (Quelle: cpt)

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