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Gothaer: Nahles-Vorschlag zur bAV nicht zielführend

04.11.2014 – Gothaer-Vorstandschef Karsten Eichmann spricht sich für ein Obligatorium bei der betrieblichen Altersversorgung (bAV) aus und steht damit nicht alleine da. Nach einer aktuellen Studie befürworten über die Hälfte der Bundesbürger die Einführung einer obligatorischen bAV. Den Vorschlag von Bundesministerin Andrea Nahles, es Tarifparteien zu erleichtern, gemeinsame Versorgungseinrichtungen aufzubauen, hält Eichmann für nicht zielführend.

„Ich halte es für wenig sinnvoll, ein neues, zusätzliches System zu schaffen. Viel wichtiger ist es aus meiner Sicht, die bestehenden Durchführungswege von bürokratischen Hürden zu befreien und den Zugang für Arbeitnehmer und Arbeitgeber einfacher zu gestalten“, sagt Eichmann gegenüber VWheute. Die Einführung eines Opting-Out-Modells und die Schaffung ergänzender, zusätzlicher Anreize durch staatliche Förderung der Beiträge von Arbeitnehmern und Arbeitgebern würde er hingegen “sehr begrüßen”.

Bundesarbeitsministerin Nahles hat vorgeschlagen, den Aufbau gemeinsamer Versorgungseinrichtungen von Gewerkschaften und Arbeitgebern zu erleichtern. Die Versicherer befürchten einem FAZ-Bericht zufolge, dass der Wettbewerb in der bAV durch dieses Privileg eingeschränkt wird.

Reformansätze (Quelle: Gothaer)

Laut einer aktuellen Forsa-Studie im Auftrag der Gothaer hält die große Mehrheit der Bundesbürger weitere Reformen bei der Rentenversicherung für notwendig. Zustimmung erhält vor allem der Ansatz, eine Pflichtversicherung für alle einzuführen (85 Prozent). Danach müssten auch Beamte und Selbstständige sich in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichern und dort Beiträge einzahlen. 53 Prozent der Befragten befürworten die Einführung einer obligatorischen bAV (siehe Grafik, zum Vergrößern klicken).

Die Rente mit 63 hält eine knappe Mehrheit (56 Prozent) für vertretbar. Doch können sich der Studie zufolge 58 Prozent vorstellen, über die gesetzliche Regelaltersgrenze hinaus zu arbeiten. Die Motivation dazu sind in erster Linie nicht finanzielle Gründe (60 Prozent), sondern der Spaß an der Arbeit (77 Prozent). Die Befragten wünschen sich statt eines starren Renteneintrittsalters einen flexiblen Übergang ins Rentendasein.

Beliebteste Anlageformen für die private Altersvorsorge (Quelle: Gothaer)

Die beliebteste Form der Altersvorsorge bleibt die Kapitallebens- beziehungsweise die Rentenversicherung (siehe Grafik, zum Vergrößern klicken). Es folgen die Anlage in Immobilien und das Sparbuch beziehungsweise der Banksparplan.

Die Befragung wurde im September 2014 durchgeführt. Befragt wurden bundesweit 1.513 Bürger zwischen 20 und 70 Jahren. (ks)

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