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Generali verlangt Schadenersatz von Ex-Vorständen

24.02.2014 – Generali-LogoDer Verwaltungsrat der einst austro-hungarischen Generali hat am 19.2. den Verwaltungsratsvorsitzenden Mario Greco (ex McKinsey/Allianz/Zurich, bei Generali seit August 2012 im Amt) beauftragt Schadenersatzansprüche der Gesellschaft sowohl gegen seinen Vorgänger Giovanni Perissinotto als auch gegen den früheren Generaldirektor Raffaele Agrusti durchzusetzen. Geschehen soll dies nicht vor den ordentlichen Gerichten sondern vor den Arbeitsgerichten. Anscheinend möchte man keine Zeit verlieren. Neben Schadenersatzansprüchen verfolgt Generali auch das Ziel Ansprüche der Ex-Leitenden auf noch ausstehende Zahlungen abzuwehren und ihnen bereits gezahltes zurückzuholen.

Gegenstand der gegen die einstigen Führungsspitzen verfolgten Ansprüche sind wohl schief gelaufene Investments, z.B. infolge des Haltens von an griechischen Staatsanleihen (Eine Mrd. Euro Abschreibungen per Ende 2011), der Beteiligung an einer russischen Bank sowie Verstrickung mit der Petr Kellner Gruppe. Der nach Forbes zehn Mrd. schwere Kellner kontrollierte den tschechische Versicherer Česká pojišťovna, den er 2007 in ein Joint Venture mit Generali einbrachte, von dem ihm 49 Prozent gehörte. Kellner ist derzeit immer noch mit 2,02 Prozent an Generali beteiligt.

Im November 2013 hatte die italienische Aufsichtsbehörde IVASS eine Sonderprüfung von ungewöhnlichen Investments verlangt. In Sachen Private Equity und Hedge Fonds hatte man jedoch nichts ungewöhnliches gefunden. Perisssinotto soll sich den Zorn der einst die Generali beherrschenden Mediobanca zugezogen haben als er die angestrebte Fusion zwischen Generali und Unipol-SAI verhinderte. Zu diesem Komplex war Perissinotto im Dezember 2013 von der Mailänder Staatsanwaltschaft verhört worden.

Spannend ist, ob es bei den nun anlaufenden Schadenersatzklagen lediglich um unverzeihliche unternehmerische Fehlentscheidungen geht oder ob die Beschuldigten private Interessen mit Generali-Investments verbanden oder gar elegant verbrämte Privathonorare geflossen sein mögen. Im noch immer macchiavellisch geprägten Italien würde auch letzeres nicht überraschen. Andererseits heißt es, es werde mit zweierlei Maß gemessen: Niemand überprüfe ob es bei der Zahlung von 13 Mio. Euro an den Ex-Verwaltungsratspräsidenten Geronzi (einen sizilianischen Banker und Berlusconi-Getreuen) mit rechten Dingen zuging.

So manches Großunternehmen lässt sich – von wegen „Shareholder Value“ – auch als dynamische Spielwiese unterschiedlicher und miteinander verfeindeter Manager-Cliquen verstehen. Generali war bislang Teil des „salotto buono“ der Mediobanca, derartige Zwistigkeiten drangen nicht an die Öffentlichkeit. (cpt)

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