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Generali: Mit neuen Strukturen zurück an die Spitze

26.05.2015 – giovanni_liveraniIn den letzten Wochen kochte die Gerüchteküche in den Büros der Generali Versicherungen hoch, vor allem, nachdem der langjährige Vorstandschef Dietmar Meister auf den Sessel des Aufsichtsratschefs wechseln musste. Seit Ende letzter Woche nun besteht Gewissheit, dass im Hause der deutschen Generali offensichtlich nichts mehr so bleiben soll, wie es einmal war.

Deutschland-Chef Giovanni Liverani verkündete in den letzten Tagen Führungskräften und Mitarbeitern die Umrisse der neuen Struktur. Der Weg dorthin ist aber eher als Rosskur zu verstehen, die ans Eingemachte geht, um die Generali fit zu machen für die Herausforderungen der modernen Versicherungswelt, wie es in schönster Managersprache heißt.

Kern des neuen Generali-Gebildes in Deutschland ist, dass die Holding-Gesellschaft mit Sitz in Köln mit den General Versicherungsgesellschaften Leben und Sach in München zur Generali Deutschland AG verschmolzen werden soll, mit internationaler Ausrichtung versteht sich. Sitz soll die bayerische Metropole werden. Damit wird die Handschrift des italienischen Großaktionärs überdeutlich. Diese Gesellschaft soll, so heißt es offiziell, unnötige Kosten reduzieren, um die Lücke zu den besten Wettbewerbern im Markt zu schließen. Bei den Kosteneinsparungen liege der Fokus überproportional auf den Sachkosten.

Allerdings gibt es niemanden in der Generali, der nicht auch befürchtet, dass wieder Arbeitsplätze auf der Strecke bleiben werden. Die geplante Matrixorganisation klingt harmlos, steht aber für den knallharten Abbau von Kostendopplungen. Das wiederum wird Vorständen, Führungskräften und Mitarbeitern den Arbeitsplatz kosten. Genaue Zahlen wurden wohlweislich noch nicht genannt.

Dabei sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Generali Versicherungen in den letzten Jahren Veränderungen gewohnt. Seit Jahren experimentiert die Generali an ihren Strukturen. Das begann 2009 mit der Fusion der Volksfürsorge mit den Generali Versicherungen und der Gründung der Volksfürsorge Vertriebs AG, was für viele Hunderte Mitarbeiter in den Verwaltungen den Rotstift bedeutete. Zum 1.Januar 2015 wurde die Vertriebs AG in das Ressort Vertrieb der Generali in München integriert. Wie sich doch die Gründe gleichen: Immer wieder wurden Kosteneinsparungen als Begründung für die Veränderungen angeführt.

Erstaunlich ist, dass die Mitarbeiter die neuerlichen Veränderungen kaum noch berührt, die Unsicherheiten aber zunehmen. Es wird hinter vorgehaltener Hand sogar davon gesprochen, dass die Unternehmens-Kultur in den letzten Jahren total untergegangen sei. In den Vertrieben erwarten die erfolgreichen Außendienstler neue und zusätzliche Impulse, weniger erfolgreiche werden sicher noch verängstigter sein als bisher schon.

Die Betriebsräte sind aus früheren Auseinandersetzungen als durchaus streitbar und durchsetzungsfähig bekannt und werden sich sicher ernsthaft bemühen, mögliche Arbeitsplatzeinsparungen sozialverträglich abzufedern. Hoch qualifizierte Führungskräfte sollen dagegen inzwischen schon das Unternehmen verlassen haben oder einen Weggang erwägen.

Ob der Aderlass weitergeht, wird sicher auch von der Glaubwürdigkeit der neuen Führungsspitze abhängen. Bisher sind die Pläne teilweise noch nicht einmal richtig verstanden worden. Einen zusätzlichen Motivationsschub werden wohl alle Beschäftigten brauchen. Auf jeden Fall gibt es zurzeit mehr Fragen als Antworten. (wo)

Bild: Giovanni Liverani (Quelle: Generali)

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