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Generali: Mehr als 500 Arbeitsplätze weg

18.01.2016 – Unruhe gibt es bei weit über 500 Vollzeit-Beschäftigten und Teilzeitkräften der Generali, vor allem in Hamburg, München, Köln und Saarbrücken, die mit der sogenannten „einfachen Schriftgut-Verarbeitung“ zu tun haben. Weil Deutschland-Chef Giovanni Liverani (50) die Personalkosten erheblich zu hoch sind, will das Unternehmen in Ostdeutschland eine neue Dienstleistungsgesellschaft gründen, die zu deutlich niedrigeren Konditionen sogenannte „First Level“-Aufgaben, also Einfach-Verarbeitung von Kunden-Korrespondenz, zusammenfassend übernehmen soll.

Das Einsparpotenzial liegt im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Die Generali hat es offensichtlich eilig: Das Unternehmen soll noch in diesem Jahr mit rund 100 Mitarbeitern starten. Auf betriebsbedingte Kündigungen soll verzichtet und den jetzigen Arbeitnehmern ein Arbeitsplatzangebot in der sächsischen Metropole unterbreitet werden, ist aus Insiderkreisen zu erfahren. Es ist aber davon auszugehen, dass nur wenige aufgrund ihrer familiären Bindungen diesem Ruf folgen.

Vor allem für den Standort Hamburg bedeutet diese Entscheidung einen weiteren erheblichen personellen Aderlass. Von einstmals rund 3.000 Mitarbeitern der ehemaligen Volksfürsorge dürften damit nur noch einige Hundert in der Hansestadt verbleiben. Hintergrund für die vergleichsweise hohen Vergütungen ist, dass bei der Einrichtung der Korrespondenzbereiche sowie im Rahmen der Fusion Volksfürsorge/Generali in 2009 höher bezahlten Mitarbeitern dort Arbeitsplätze angeboten wurden.

Mehr als zufrieden zeigt sich die Generali Deutschland mit der vertrieblichen Entwicklung in 2015. Nach Aussagen von Vertriebsvorstand Bernd Felske sei trotz der Veränderungen im Vertrieb infolge der Zusammenführung der beiden Stammvertriebe aus Volksfürsorge und Generali zu einem gemeinsamen Exklusiv-Vertrieb das letzte Jahr sehr gut verlaufen. Felske sieht durch Fintechs keine Bedrohung für die Generali, da sein Unternehmen „über viel Know-how und Innovationskraft verfügt“. Auch hätten die Versicherer die technischen und fachlichen Möglichkeiten, müssten diese allerdings konsequent einsetzen. „Die Versicherer müssen sich in Teilen neu erfinden, andernfalls eröffnen wir neuen Playern und deren Geschäftsmodellen den Eintritt in unsere Branche“, betont er in einem Exklusiv-Interview für die kommende Ausgabe des Business- und Managementmagazins Versicherungswirtschaft.

International macht die Assicurazioni Generali zurzeit weitere Schlagzeilen. Vorstandschef Mario Greco (56) soll als Wunschkandidat vor dem Absprung auf den Chefsessel der Zurich-Gruppe stehen. Dies soll nach Meldungen aus der Schweiz Anfang Februar bekannt gegeben werden. Der angebliche Favorit und einzige Kandidat Greco kennt den Schweizer Versicherer bestens. Er war bereits einer der Kandidaten, als Jim Schiro 2009 als CEO zurücktrat und hat bis 2012 das Lebens- und Sachversicherungsgeschäft in Zürich geleitet. Für den polyglotten Ex-McKinsey-Mann könnte Zurich mehr Charme haben als das wenig mondäne Triest, und die Bezahlung liegt mit über acht Millionen Franken fast doppelt so hoch. (wo)

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