Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 
- Anzeige -

Generali: Kein Maklergeschäft mehr in der privaten Altersvorsorge

19.02.2016 – Die Generali Lebensversicherung AG verabschiedet sich zum 1. April 2016 komplett aus dem privaten Altersvorsorgegeschäft mit Maklern. Der Verkauf läuft dann ausschließlich über den Exklusivvertrieb mit selbstständigen Agenturen sowie hauptberuflich angestellten Außendienstlern. Über diese gravierenden Veränderungen informierte der Vorstand anlässlich einer Makler-Tagung gestern in München. Das erfuhr VWheute exklusiv aus Teilnehmerkreisen.

Weiter hieß es auf der Veranstaltung, dass biometrische Produkte, also Berufsunfähigkeits-, Erwerbsunfähigkeits- und Risikoversicherungen, von Maklern künftig nur noch über die Konzerntochter Dialog Lebensversicherung mit Sitz in Augsburg vertrieben werden können. Lediglich in der betrieblichen Altersvorsorge und bei Sachversicherungen arbeitet die Generali weiterhin mit freien Vermittlern zusammen.

Durch dem Umbau will die Generali “den Maklern noch bessere, innovative Produkte anzubieten, den Service zu verbessern und die gute Position mit einem klaren, einfachen Auftritt im Maklermarkt auszubauen”. Künftig wolle sich der Versicherer im Maklergeschäft auf Komposit mit neuen Smart-Insurance-Produkten, wie beispielsweise Telematik und Domotics, und das Firmenkundengeschäft konzentrieren, hieß es in einer Unternehmensmitteilung am Mittwochabend. “Mit der neuen Offensive im Maklergeschäft wollen wir unseren Maklern das ‚Beste von allem‘ bieten. Unsere drei Produktgeber für diesen wichtigen Vertriebskanal haben bereits eine sehr gute Positionierung, die wir im Rahmen unserer Strategie weiter stärken werden”, erklärt Giovanni Liverani, Vorstandsvorsitzender der Generali Deutschland.

Seit 1. Oktober 2015 ist der Vorstandsvorsitzende der Dialog, Michael Stille, gleichzeitig Vorstandsmitglied der Generali für die betriebliche Altersvorsorge. Der Spezialversicherer für biometrische Risiken, wie sich die Dialog selbst bezeichnet, sieht sich als Spezialist im Maklergeschäft, setzt ausschließlich auf die Zusammenarbeit mit freien Vermittlern und spricht von 15.000 Partnern in ihren Märkten in Deutschland und Österreich. 2015 hat der Augsburger Versicherer ein sehr gutes Geschäftsergebnis erzielt. Bei Makler-Zufriedenheitsbewertungen erreicht die Dialog stets Bestwerte.

Stille dürfte sich über die Konzern-Entscheidung freuen, zusätzlichen Umsatz für die Dialog generieren zu können. Selbstbewusst erklärte er vor kurzem im Gespräch mit Value: “Wir sind der einzige reine Maklerversicherer der Generali in Deutschland und betreiben mit begrenzten Kapazitäten ein sehr ertragreiches Geschäft.” Einige Versicherer fahren, so Stille, einen anderen Kurs und reduzieren sogar ihr Maklergeschäft. Davon hält er überhaupt nichts. “Der Maklerkanal hat, gerade im Sinne der Verbraucher, eine große Bedeutung und ist unverzichtbar. Der Makler gewährt eine unabhängige Beratung nach bestem Wissen und Gewissen, die große Teile des Angebotsspektrums abdeckt.”

Das Altersvorsorge-Geschäft der Generali über Makler, einschließlich der bAV, machte im letzten Jahr insgesamt rund 1,3 Mrd. Euro Beitragssumme Leben aus und brachte ca. 670 Mio. Euro laufende Beitragseinnahmen. Die Einstellung des Maklergeschäfts dürfte in diesem Jahr das Neugeschäftsergebnis der Generali Lebensversicherung deutlich negativ beeinflussen. Von den Veränderungen betroffen sein werden voraussichtlich auch etwa 60 Maklerbetreuer und 30 Innendienst-Angestellte. Ob diese Mitarbeiter zur Dialog wechseln können oder das Unternehmen verlassen müssen, war nicht zu erfahren. (td/wo)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

Verlag Versicherungswirtschaft | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten