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Generali Deutschland: Zahlen über den Erwartungen

13.11.2014 – generali-meister-150Von VWheute-Korrespondent Wolfgang Otte.

Die gestern veröffentlichten Ergebnisse der Generali Deutschland Gruppe, zweitgrößter deutscher Erstversicherer, in den ersten neun Monaten diesen Jahres sind besser als zu erwarten war. Das Konzernergebnis konnte um 7,1 Prozent auf 356 Mio. Euro gesteigert werden.

Das verheißt ein durchaus starkes Ergebnis zum Jahresende. In der Schaden- und Unfallversicherung sind die Beiträge um knapp drei Prozent auf fast 2,9 Mrd. Euro gestiegen. Die Combined Ratio konnte nochmals um 2,5 Prozent-Punkte auf im Branchenvergleich gute 93,4 Prozent gesenkt werden.

Doch wo Licht ist, gibt es auch Schatten. So fällt auf, dass die Gesamtbeiträge um 9,5 Prozent oder immerhin 1,3 Mrd. Euro auf 12,5 Mrd. Euro gesunken sind. Die Generali argumentiert, dass das hauptsächlich auf die zurückhaltende Zeichnungspolitik beim Neugeschäft gegen Einmalbeitrag in der Lebensversicherung zurückzuführen sei. Allerdings ist auch das Neugeschäft gegen laufenden Beitrag auf 502 Mio. Euro zurückgegangen, was einem Rückgang um 8 Mio. Euro entspricht. Gegenüber 2012 sind das sogar 4,4 Prozent. Noch deutlicher ist das Minus bei Bewertung nach APE (laufende Beiträge plus zehn Prozent Einmalbeiträge). Dann sind die Einnahmen mit 715 Mio. Euro um 17,5 Prozent eingebrochen. Das Ergebnis aus Kapitalanlagen ist von 3,1 Mrd. Euro auf 2,5 Mrd. Euro zurückgegangen. Das sind immerhin über minus 19 Prozent. Die auf den durchschnittlichen Kapitalanlagebestand bezogene Rendite hat mit 3,8 Prozent schon seit längerem keine Vier mehr vor dem Komma. Zugute halten muss man den Kapitalanlegern der Generali allerdings die Auswirkungen der anhaltenden Niedrigzinsphase. Unter Berücksichtigung der Marktvoraussetzungen lesen sich die Zahlen insgesamt recht ordentlich.

Finanzvorstand Torsten Utecht spricht einen interessanten Aspekt an. Die Generali würde sich an Infrastrukturinvestments in Deutschland beteiligen, sofern die Rahmenbedingungen stimmen. Wenn auch Konzernchef Dietmar Meister davon schreibt, dass die Beitragseinnahmen im Rahmen der Erwartungen blieben, dürften ihn die Ergebnisse in der Lebensversicherung nicht ruhiger schlafen lassen. Zu sehr muss ihm die Zurückhaltung der Kunden beim Abschluss von Altersvorsorgeprodukten Sorge bereiten. Denn immerhin ist die Lebensversicherung mit rund zwei Drittel der Beiträge der größte Geschäftszweig. Auch der italienische Großaktionär wird sicher sehr genau auf die Zahlen schauen, um seine Erwartungen an eine satte Dividende erfüllt zu bekommen. Die Generali spricht von „hervorragenden Entwicklungsperspektiven“ durch ihren eigenen Vertrieb und den des Partners DVAG. Allerdings sind hier Baustellen nicht zu übersehen. Zurzeit werden die Vertriebe der Generali Versicherungen, einschließlich der Volksfürsorge Vertriebs AG, unter dem Dach der Tochtergesellschaft in München gebündelt und zusammengeführt. Außerdem braucht die DVAG nach dem Tod ihres Patriarchen Reinfried Pohl sen. sicher noch eine gewisse Phase der Fokussierung auf die neue Führung. (vwh/ak)

Bild: Generali-Deutschland-Chef Dietmar Meister. (Quelle: Generali)

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