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Ganze Wirtschaftszweige in Gefahr

09.12.2015 – Hirs_AGCS“Das Ausmaß von Betriebsunterbrechungs-Schadenfällen wird immer gravierender – und dieser Trend wird durch die Vernetzung zwischen Unternehmen, durch globale Lieferketten und verschlankte Produktionsprozesse weiter verstärkt”, erklärt Chris Fischer Hirs, CEO der AGCS. “Waren in der Vergangenheit nur ein oder zwei Unternehmen von einem großen Brand und einer Explosion betroffen, können heute eine Vielzahl von Unternehmen, ja sogar ganze Wirtschaftszweige in Mitleidenschaft gezogen werden.”

Laut der aktuellen “Global Claims Review 2015: Business Interruption in Focus” der AGCS ist der BU-Anteil an einem Schadenfall in der Sachversicherung heute wesentlich höher als vor zehn Jahren. Er liegt bei derzeit über zwei Mio. Euro – und damit ein Drittel höher als der entsprechende Durchschnittswert für die reinen Objektschäden von rund 1,6 Mio. Euro.

In ihrer neuen Studie analysiert die AGCS mehr als 1.800 BU-Großschäden aus über 68 Ländern, die sich zwischen 2010 und 2014 ereignet haben und sich auf insgesamt über drei Mrd. Euro belaufen.

An diesen Schadenfällen war AGCS entweder als Führungsversicherer oder Konsortialmitglied beteiligt. Sowohl das finanzielle Ausmaß als auch die Häufigkeit von Betriebsunterbrechungen nehmen zu. Ausgelöst werden Betriebsunterbrechungen überwiegend durch menschliche Fehler oder technisches Versagen – und weniger durch Naturgefahren. Brände und Explosionen sind mit 76 Prozent in Deutschland und mit 59 Prozent weltweit die häufigste Ursache von BU-Schadenfällen. Ein Brand oder eine Explosion verursachen durchschnittliche BU-Kosten von 1,7 Mio. Euro. In Deutschland sind Betriebsunterbrechungen häufig auch die Folge von Produkt- oder Designmängeln.

Zunahme von BU-Szenarien ohne Sachbeschädigungen

Der geographische Ursprung von BU-Schäden verlagert sich mit der Produktion in Richtung Asien. Weiterer Befund: “Die Branchen Automobil-, Halbleiter- und Stromproduktion wie auch petrochemische Anlagen sind besonders gefährdet“, erklärt Alexander Mack, Chief Claims Officer der AGCS.

Auch wenn seit dem Erd- und Seebeben von Tohoku und den Überschwemmungen in Thailand 2011, die beide hohe BU- und Rückwirkungsschäden verursachten, viele Unternehmen die Risiken in ihren Lieferketten identifiziert und minimiert haben, stellt Volker Münch, Experte für Sachversicherung bei AGCS fest: „Es gibt aber noch weiteren Verbesserungsbedarf.“

Die höchsten durchschnittlichen BU-Schäden werden in den Versicherungssparten Energie (Durchschnittswert 3,69 Mio. Euro) und Sachversicherung (2,21 Mio. Euro) registriert, gefolgt von Technischen Versicherungen (0,9 Mio. Euro) und Unterhaltung (0,3 Mio. Euro).

Prognose: In Zukunft könnten die nicht-materiellen Schadenursachen von Betriebsunterbrechungen weiter an Relevanz gewinnen. Cyber-Attacken, politische Gewalt, Streiks, Pandemien oder Stromausfälle haben das Potenzial, Unternehmen enorm zu schaden, ohne dass Sachwerte oder Gebäude beschädigt werden. Gleiches gilt auch für behördliche Zugangsrestriktionen oder die Schließung von Lufträumen. So sind zum Beispiel eine Reihe der Schäden im Zuge der Tianjin-Explosion das Ergebnis einer nachfolgenden Unterbrechung des Waren- und Produktionsflusses, da der Hafen von den Behörden geschlossen wurde. Solche Schäden werden nur von speziellen Policen für Versicherungsfälle ohne vorangegangenen Sachschaden gedeckt. (vwh/ku)

Bild: Chris Fischer Hirs, CEO der Allianz Global Corporate & Specialty AGCS (Quelle: AGCS)

Link: “Global Claims Review 2015: Business Interruption in Focus” (PDF)

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