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Friendsurance für Kunden, Versicherer und den Makler

28.08.2014 – „Wir decken momentan rund 50 Prozent des Marktes ab, auch große Versicherer wie R+V gehören dazu.“ Mit der Allianz sei man in Verhandlung. Friendsurance will sich weiter ausbreiten. Eine Versicherung, bei der man Geld zurück bekommt, wenn man keine Schäden verursacht, gibt es bereits seit viereinhalb Jahren. Gestern stellte Tim Kunde, einer der beiden Friendsurance-Geschäftsführer, das Geschäftsmodell interessierten Journalisten vor. Das Prinzip kann jetzt auch auf bestehende Verträge angewendet werden.

Die Gruppen von vier bis 16 Menschen werden von Friendsurance gebildet, Kunden können sich aber auch selbst zusammenschließen – mit Familie, Freunden oder über soziale Netzwerke. Ein Ausstieg ist monatlich möglich, eingezahltes Geld aus dem Topf wird erstattet, auch der ursprüngliche Selbstbehalt werde wiederhergestellt, falls gewünscht. Friendsurance-Kunden, die bei einem der mit dem Makler kooperierenden Versicherungsunternehmen Verträge abschließen oder abgeschlossen haben, können sich zu Gruppen zusammenschließen und gemeinsam wirtschaften. Dafür werden Selbstbeteiligungen eingeführt bzw. bestehende Selbstbeteiligungen erhöht, so dass der eigentliche Versicherungsbeitrag sinkt. (siehe KÖPFE)

Diese Differenz zahlen alle Mitglieder einer Gruppe in einen Topf, aus dem bei kleinen Schäden die Selbstbehalte beglichen werden; der Rest wird einmal im Jahr ausgeschüttet. Knapp 40 Prozent der Beitragssumme landen in diesem Gemeinschaftstopf, 60 Prozent landen beim Versicherer, der wie bisher für Schäden oberhalb der Selbstbehalte aufkommt, rund zwei Prozent bei der Hübner Versicherungs-AG Hamburg, die in Form einer Stop-Loss-Versicherung in dem Fall einspringt, dass aufgrund vieler kleiner Schäden der Gemeinschaftstopf leer ist. Zusammenschließen können sich nur Versicherungsnehmer mit Policen der gleichen Sparte. Im Moment sind das Privathaftpflicht, Hausrat, Rechtsschutz und Elektronik. Weitere Sach-Sparten sind im Gespräch, vor allem Kraftfahrt. Mit Personenversicherungen hält man sich vorerst zurück.

Nicht nur die Versicherungsnehmer generieren Vorteile aus dem Verfahren, wie Kunde überzeugt ist, sondern auch die Versicherer: weniger Schäden, weniger Kosten, zufriedene Kunden. Auch das Schadenbewusstsein der Kunden und ihr Verhalten würden sich aufgrund des hohen Selbstbehalts verändern, glaubt er. Das gelte insbesondere für Versicherungsbetrug.

Geschäft macht Friendsurance vor allem über die Courtagen für neu vermittelte und betreute Verträge, wie andere Makler auch. Angesprochen sollen sich vor allem Versicherungskunden fühlen, die ihre Verträge gar nicht oder selten in Anspruch nehmen. Dass das funktioniert, zeigt sich unter anderem darin, dass im Januar 2014 an 94 Prozent der Kunden – insgesamt ist die Rede von einer „hohen fünfstelligen Anzahl“ an Kunden – Rückzahlungen geleistet werden konnten. (epo)

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