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„EZB und Solvency-Regime produzieren Altersarmut der Zukunft“

17.12.2014 – herrmann-kasten-150Von VWheute-Korrespondentin Claudia Schmidt-Wehrmann.

Die zur VGH-Gruppe in Hannover gehörende Provinzial Leben kann zwar für 2014 ganz gute Zahlen vorweisen und beherrscht die durch Niedrigzins und Kostenbelastungen im Zuge von Solvency II verursachte schwierige Lage recht gut. Vorstand Thomas Krüger, verantwortlich für Finanzen und das Lebensgeschäft, beklagt jedoch, dass sich der Niedrigzins in die Rendite der Produkte hineinfrisst und die Kosten steigen, sodass die Erträge sinken. „EZB und Solvency-Regime produzieren die Altersarmut der Zukunft“, so sein Fazit.

Insgesamt erhöhen sich die Beitragseinnahmen der Provinzial Leben nach vorläufigen Zahlen um 1,2 Prozent auf 718 Millionen Euro. Erneut steigen die Einmalbeiträge und zwar auf 220 (Vorjahr: 203) Millionen Euro, während die laufenden Beiträge um 1,2 Prozent unter Vorjahr liegen dürften. Die Auszahlungen legen erneut um 3,1 Prozent auf 760 Millionen Euro zu, wobei es sich ganz überwiegend um reguläre Ablaufleistungen handelt. Die Vertragskündigungen liegen bei der Provinzial Leben konstant niedrig. Das Kapitalanlageergebnis kann knapp auf Vorjahreshöhe gehalten werden, die Nettoverzinsung sinkt aber von 4,5 auf 4,3 Prozent. Reduziert wird für 2015 die Überschussbeteiligung von 3,25 auf 3,0 Prozent. Die Gesamtverzinsung von 4,5 Prozent bezeichnet Krüger als unverändert attraktiv.

Die VGH-Mutter, der in Niedersachsen führende Kompositversicherer Landschaftliche Brandkasse, hat wie Vorstandschef Hermann Kasten in seinem ersten Jahresrückblick erklärt, vertrieblich außerordentlich zufriedenstellend abgeschnitten. Die Beitragseinnahmen legen um 4,7 Prozent auf 1,08 Milliarden Euro zu und damit stärker als der Markt. Damit gewinnt die Brandkasse laut Kasten im dritten Jahr in Folge Marktanteile. Haupttreiber ist das dominierende Kfz-Geschäft. Dazu tragen auch die Prämienerhöhung von acht Prozent zum Jahresanfang bei. Die Tarife werden 2015 nochmals um knapp fünf Prozent angehoben. Der Grund: Die Kfz-Versicherung arbeitet noch mit Verlust. Kasten verweist auf die wachsende Schadengrundlast.

Dass die Schadengrundlast zunimmt, gilt auch für andere Sachversicherungssparten. Insbesondere treiben Leitungswasserschäden und Großfeuer die Schadenleistungen nach oben. Sie belaufen sich auf 793 (856) Millionen Euro. Die Schaden-Kosten-Quote verbessert sich aber im Vergleich zum Rekordschadenjahr 2013 auf 95,5 (104,7) Prozent. Daher wird trotz gesunkener Kapitalanlageerträge ein Überschuss vor Steuern und RfB von 31,0 (24,2) Millionen Euro erwartet.

Für 2015 hegt Kasten angesichts der unwägbaren Konjunktur gedämpfte Erwartungen, verspricht sich aber gut drei Prozent Wachstum bei den Beitragseinnahmen. Durch die Absenkung des Höchstrechnungszinses in der Lebensversicherung sei bei der Provinzial Leben im ersten Halbjahr mit rückläufigen Absatzzahlen zu rechnen.

Bild: Hermann Kasten. (Quelle: VGH)

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