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“EZB ist die reinste Katastrophe”

16.03.2016 – thomas_flemming_mecklenburgische“Die EZB ist die reinste Katastrophe”, urteilt der Vorstandschef der Mecklenburgischen, Thomas Flemming, denn sie gefährdet die Altersvorsorge. Die Mecklenburgische Leben kann vor dem Hintergrund einer unveränderten Nettoverzinsung der Kapitalanlagen von vier Prozent und einer freiwilligen Höherdotierung der Zinszusatzreserve ihre Garantiezusagen erfüllen.

Seit Anfang März bietet sie neben der klassischen Lebensversicherung mit reduzierten und damit immer unattraktiver gewordenen Garantiezusagen, fondsgebundene Versicherungen mit und ohne Garantie an sowie eine reduzierte Klassik-Variante. Bei letzterer handelt es sich um eine Kombination, wobei 85 bis 90 Prozent der Beiträge zu einem reduzierten Satz garantiert sind und der Rest in einen Fondsanteil fließt, der eine fondsgebundene Überschussbeteiligung bietet. Die neuen Produkte sollen die Mecklenburgischen Leben wieder auf Wachstumskurs bringen. Im vergangenen Jahr musste sie einen Rückgang der Beitragseinnahmen um 2,2 Prozent auf rund 119 Mio. Euro hinnehmen, was auch auf das geringe Einmalbeitragsgeschäft (weniger als 15 Prozent der Beitragseinnahmen) zurückgeführt wird. Das Neugeschäft brach um 20 bis 25 Prozent ein. Steigerungen gab es bei Risikolebensversicherungen (biometrische Modelle) und bei BU-Versicherungen. Dieses Geschäft, für das der Marktzins nicht ganz so entscheidend ist, soll weiter ausgebaut werden.

Insgesamt gesehen ist Flemming mit dem Abschneiden der Gruppe im Geschäftsjahr 2015 sehr zufrieden; dies gilt vor allem für die Muttergesellschaft, die das Kompositgeschäft betreibt. Die gesamten Beitragseinnahmen der Gruppe erhöhten sich um 2,5 Prozent auf 520,2 Mio. Euro. In der Schaden- und Unfallversicherung stiegen die Beiträge um 3,7 Prozent auf 384,0 Mio. Euro. Die Muttergesellschaft profitierte dabei erneut von der günstigen Schadenbilanz. Die Combined Ratio lag netto bei 89,2 (Vorjahr: 88,5). Unter dem Strich steht ein Rekord-Bruttoergebnis. Dem Eigenkapital fließen 14,5 Mio. Euro zu, das war laut Flemming mehr als erwartet. Zusätzlich konnten auch die Schwankungsrückstellungen deutlich gestärkt werden. Zufrieden ist der Vorstand auch mit der Krankenversicherung, die um elf Prozent zulegte, während der Markt ein leichtes Minus aufweist.

Für die Zukunft sieht sich die Mecklenburgische gut aufgestellt. Sie baut dabei auf Kontinuität sowohl in der Geschäftspolitik als auch bei der Risikostrategie. Ziel ist es laut Flemming gleichmäßig und gesund zu wachsen, damit die Finanzkraft und somit die Unabhängigkeit der Versicherungsgruppe gewahrt werden kann. Dabei setzt der Vorstand auf seine 800 Ausschließlichkeitsvertreter. In das Jahr 2016 ist die Mecklenburgische den Angaben nach gut gestartet. Herausfordernd bleibt jedoch die Kapitalanlage. Gefordert wird eine Veränderung des Marktmechanimus, der der Zinszusatzreserve zugrundeliegt. Er war auf die Marktverhältnisse 2011 abgestellt. Diese haben sich jedoch deutlich verändert und führen dadurch zu einer enormen Belastung der Versicherungen, die vielfach nur durch Auflösung stiller Reserven zu schultern ist. Die Mecklenburgische hat 2015 nach eigenen Angaben nur in geringem Ausmaß Bewertungsreserven gehoben. (cs)

Bild: Thomas Flemming, Vorstandsvorsitzender der Mecklenburgischen (Quelle: Mecklenburgische)

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