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Experte zur BVB-Versicherung: “Das ist seriöses Risikomanagement”

27.04.2015 – Strehl“Unverzichtbar für Vereine, die professionelles Risikomanagement betreiben”, ist für Alexander Strehl eine Versicherung zur Sicherung der Einnahmen, wie sie Borussia Dortmund für die Nichtqualifikation zur Champions League abgeschlossen hat. “Ein heikles Thema” für den Experten, weil abgesehen von der AG alle anderen Vereine derart Policen nicht öffentlich kommunizieren müssen.

Das SRC Special Risk Consortium, für das Alexander Strehl arbeitet, betreut selbst Erstliga-Klubs in dieser Hinsicht. Ihn stört an der Debatte um den BVB die mediale Empörung um derart Versicherungsschutz: “Jedes Unternehmen ist daran interessiert, Geschäftsrisiken abzusichern. Letztlich macht es kaum einen Unterschied, ob sie eine Lagerhalle gegen Brandschäden oder einen Fußballverein gegen Abstieg versichern.”

Bayer Leverkusen hatte eine Prize Indemnity Versicherung gegen Einnahme-Ausfälle im Falle eines Abstieges abgeschlossen. Was beim Werksklub vor mehr als zehn Jahren noch als genialer Schachzug galt, wird aktuell beim BVB mitunter skandalisiert.

Eine Police, die laut Bloomberg dem BVB eine zweistellige Millionensumme bringt und die ein Konsortium mit etwa einem Dutzend Unternehmen unter der Führung der britischen Versicherer Catlin und XL, steht im Fokus:

“Es handelt sich wie bei allen anderen derartigen Produkten um eine einfache Ausfallversicherung. Für den BVB geht es um die Sicherung von Einnahmen. Wenn mögliche Einnahmen – wie hier die aus der Champions League – versichert sind, können die für das Lizensierungsverfahren angerechnet oder bei der Bank als Sicherheit für Darlehen hinterlegt werden. Nur dann. Das ist nichts anderes, als seriöses Risikomanagement”, sagt Strehl.

Dass andere Vereine hier nicht so offen wie der BVB sind, ist angesichts der medialen Debatte nur verständlich. Doch aufgrund der Vorgaben für Aktiengesellschaften musste Dortmund die Police öffentlich machen.

Was aber ist mit der Tatsache, dass der Verbleib von Jürgen Klopp in die Vertragsbedingungen eingegangen ist? “Das ist wie bei einer gewöhnlichen Hausratversicherung. Wenn Sie Ihr Wohnzimmer versichert haben und dort plötzlich einen Picasso reinhängen oder diesen herausnehmen, dann ändern sich die Vertragsbedingungen grundlegend”, vergleicht Alexander Strehl. Und deswegen müsse das Wording des Vertrages im Falle des BVB Bezug auf das Personal nehmen.

Und das diskutierte moralische Risiko? Der Vorwurf steht im Raum, dass man am Trainer nur festgehalten habe, um die Versicherungssumme zu kassieren. “Inwiefern die Police bei der Personalie Klopp ein Rolle gespielt hat, wissen einzig die Entscheidungsträger beim BVB”, stellt Strehl klar.

Der Diplom-Wirtschaftsingenier ist überzeugt,überzeugt dass die Vereine im oberen Drittel der Liga ähnlich professionelles Risikomanagement betreiben und demzufolge unter Umständen ihre Risiken versichern. Ein Verbot derartiger Prize Indemnity Versicherungen wäre “totaler Unfug. Meines Erachtens wäre das ein unerlaubter Eingriff in das Risikomanagement der Vereine.” (ku)

Link: Buchtipp: Die Prize Indemnity Versicherung als Marketinginstrument

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