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Ein Bierfass als vermeintliche Geldquelle

05.12.2014 – Bierfass_lichtkunst.73_pixelioErwischt: Vor Gericht konnte er kaum auf seine Füße auftreten, andernorts schaltete er eine Kleinanzeige für einen Swingerclub. Auch kochen und servieren konnte er in seinem Restaurant. Dabei hatte er nach dem Sturz eines vollen Bierfasses auf seine Füße ein sogenannter “Morbus Sudeck” moniert und nicht einmal eine Berührung zur Begutachtung ertragen.

Dieser dubiose Fall eines versuchten Versicherungsbetrugs ist nicht alltäglich. Man könnte darüber sogar schmunzeln, wenn es sich nicht um ein strafbares Delikt gehandelt hätte. Die Schadenmeldung las sich dramatisch und Mitleid erregend. Einem Gastwirt war in seiner Bierstube ein volles Bierfass auf den Fuß gefallen. Es bildete sich ein „Morbus Sudeck“, ein komplexes regionales Schmerzsyndrom. Die unerträglichen Schmerzen führten dazu, dass der Mann weder seinen Fuß belasten noch eine Berührung zur Begutachtung ertragen konnte. Beim Gutachter und auch bei späteren Gerichtsverhandlungen erschien er mit Duschschlappen.

Ein Auftreten des Fußes sei ihm nicht möglich. Dieser Unfall wirkte allerdings auf die Schadenregulierer der Arag von Anfang an suspekt. Sie stellten im Internet fest, dass mit der bekannten Email-Adresse eine Kleinanzeige für einen Swinger Club geschaltet wurde, für den sich der vermeintlich Schwerverletzte als gesund beschrieb. Es kam zum Gerichtsverfahren, um die Versicherungsleistung einzuklagen.

Im Parallelprozess eines weiteren Unfallversicherers hatten diverse Gutachter einen Invaliditätsgrad von größer als 50 Prozent bescheinigt. Im Rahmen weiterer Ermittlungen kam dann alles ans Licht. Der Kunde betrieb eine Speisewirtschaft, in der er weiter putzmunter kochte und servierte. Von einer Beeinträchtigung keine Spur. Die Videodokumentation wurde ins Verfahren eingebracht. Im anderen Prozess lehnte der Richter die Ansprüche ab und im Arag-Verfahren ließ der ertappte Kunde ein Versäumnisurteil über sich ergehen. Das Unternehmen stellte Strafanzeige und forderte seine Kosten ein. (wo)

Bildquelle: lichtkunst.73/ pixelio

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