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Die Allianz, die kann’s

05.02.2015 – Nicht einfach ist es, in diesen Tagen der politischen und branchenmäßigen Aufgeregtheiten, ein solches zeithistorisches Jubiläum zu feiern. Der Allianz gelang dies bei ihrer gestrigen Berliner Jubiläumsfeier zum 125. Eine kluge strategische Choreografie samt unauffälliger Regie war es, die im Allianz-Forum am Pariser Platz neben dem Brandenburger Tor auf Tuchfühlung von Firmen-, deutscher und europäischer Geschichte sichtbar wurde. Und zwar mit glaubwürdigem Leadership über die Branche und Märkte hinaus in die Gesellschaft hinein.

diekmann_allianzDas zehnte Wort, das der Vorstandsvorsitzende Michael Diekmann, der über wechselhafte Jahrzehnte erfolgreichen größten deutschen Versicherungsgruppe dem etwa 400-köpfigen Jubiläumspublikum betont zurief, war “Bescheidenheit”. Das wirkte nicht geziert in Anbetracht der Problem-Kompression, der er sodann aus internationaler Sicht des Global Players für Deutschland nicht auswich bei den Herausforderungen von Zuwanderung, Niedrigzins und Digitalisierung von Industrie- und Dienstleistung. Und dies alles unter dem kaum veränderbaren demografischen Trend, der als Leitthema “Social and Demographie Change in the 21st Century” für die Berliner Vormittagsgala gewählt war. Dabei wurde eher im Gesamtduktus als konkret vorschmeckend deutlich, was die Stärke der Allianz ausmacht. Es ist der Identitätskanon, konsequenten, ja fast gnadenlosen unternehmerischen Lösungsstrebens.

Schaeuble_BmF_Ilja_C_HendelBundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, der Nachhaltigkeit und Detailkompetenz ausstrahlende Pflichtpolitiker über inzwischen auch schon zeitgeschichtliche Spannen, passte als Hauptredner in diese Raison. Wer darauf gewartet hatte, dass er ein wenig über den heutigen Besuch seines griechischen Finanzministerkollegen plaudern würde, wurde enttäuscht. Stattdessen machte er deutlich, dass die Politik sehr wohl das Problem- und Risikoszenario sehe; dass sie aber im Unterschied zur Wirtschaft nur in kleinen Schritten vorangehen könne. “Vielleicht ist das gar nicht so schlecht”, meinte Schäuble weise und lakonisch. “Denn Trial and Error gehören zum Fortschritt. Das wissen Sie ja auch.”

Die Allianz wird eine zweite Aufführung ihres Jubiläums am 21. April in München begehen. Es steht zu hoffen, dass in den barocken Münchener Residenzkulissen mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Seehofer der gleiche Geist scholastischen Versicherungs- und Wirtschaftsgeistes zum Tragen kommt wie jetzt in Berlin. Vielleicht bekommt man bei der Gelegenheit auch etwas von Diekmanns designiertem Nachfolger, Oliver Bäte, zu hören. Mancher in Berlin hätte gestern gerne etwas von dem künftigen Konzern-Leader vernommen. Das 150 jährige Gründungsfest kann der jetzt 50 Jahre alte Bäte bei allem epochalen Denken der Allianz wohl nicht für einen Jubiläumsauftritt ins Auge fassen. (hkm)

Bildquelle: Bundesfinanzministerium / Ilja C. Hendel und Allianz

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