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Generali-Chef: “Hier geht es nicht ums Spionieren”

28.08.2015 – Liverani_Generali“Wir werden Sie nicht bestrafen”, stellt Generali-Deutschlandchef Giovanni Liverani zu den Auswirkungen von Telematik und Fitnesstracking fest. Bei Technology Review, einem Magazin aus der Heise-Gruppe, stellt er Details zum Gesundheitsprogramm “Vitality” vor, das 2016 starten soll. In den sozialen Medien kocht es. Parallel verkündet der Konzern eine Kooperation mit einem Smartphone-Hersteller.

Die Reaktionen, die per Twitter die Runde machen sind einhellig: “Neugierde oder Menschenfreundlichkeit ist keine Erklärung für das, was die Generali macht”, “Unter Generali-Verdacht” und “Brave new World” sind nur drei der Kommentare, die im Nachgang des Interviews von Giovanni Liverani in Technology Review kursieren.

Die Generali wird dort durchaus als Vorreiter der Digitalisierung gesehen, Datenschutzbedenken muss der Vorstandsvorsitzende der Generali Deutschland Holding aber trotzdem begegnen: “Hier geht es nicht ums Spionieren. Es geht darum, Menschen zu motivieren, ihre Gesundheit zu verbessern”, sagt Liverani. “Es gibt ein strenges Datenschutzrecht und eine Selbstverpflichtung der Versicherungsbranche in Deutschland. Daran halten wir uns.”

Dass durch Telematik und Tracking die Fragmentierung der Kollektive vorangetrieben wird, verneint er: “Versicherungen basieren zwar auf der einen Seite auf dem Kollektivgedanken, auf der anderen Seite aber auch darauf, die Informations-Asymmetrie zwischen Versicherer und Versichertem zu reduzieren. Ansonsten finanzieren die Leute, die sich gesund verhalten, diejenigen, die sich nicht um Vorsorge kümmern. Es ist also immer ein Abwägen zwischen den beiden Dingen.”

Zur Frage, ob die Generali mit der Telematik unterm Strich Einnahmen verliert, antwortet Liverani: Es geht nicht darum, die Prämien zu senken, sondern sie korrekter zu bemessen – für gute wie für schlechte Fahrer.

Parallel verkündete die Generali Group gestern, dass die Apps der Generali in die Obi Worldphones eingebettet werden und so eine Basis von mehr als zehn Millionen potenzieller Kunden erreichen sollen. In 20 Ländern mit – laut Generali-Mitteilung – hohem Wachstum soll Generali bis 2017 auf der Startseite der Obi-Smartphones erscheinen. Strategiechef Giovanni Giuliani betonte die “beeindruckende Vertriebskraft” der Obi-Phones. (vwh/ku)

Bild: Giovanni Liverani, Vorstandsvorsitzender der Generali Deutschland Holding. (Quelle: Generali)

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