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Deutsche Direct Line: 200 Mio. Euro Personal Lines Prämien an den Meistbietenden

16.07.2014 – direct_line_logoDie britische Direct Line Group Plc, ein seit 2012 abgespaltener einstiger Arm der Royal Bank of Scotland, soll planen, ihre 217 Mio. Euro an Bruttoprämie zeichnende deutsche Tochter zu veräußern. Als mögliche Käufer kommen laut Süddeutscher Zeitung die Großen der Branche, Allianz, Talanx, Axa, Mapfre sowie Munich Re – die sich in Großbritannien ein ähnliches Portefeuille von Admiral fronten lässt.

Die Royal Bank of Scotland hatte Staatshilfen bekommen. Die EU-Kommission zwecks Vermeidung von Wettbewerbsverzerrungen verlangt, die Bank müsse sich bis Ende 2014 von ihrer Assekuranz-Tochter Direct Line trennen. Im Oktober 2012 hatte RBS bereits im Zuge des Börsengangs von Direct Line 30 Prozent veräußert. Im März 2013 waren weitere 17 Prozent, im September 2013 noch einmal 20 Prozent abgestoßen worden. Die noch zur Disposition stehende Restbeteiligung von RBS an Direct Line liegt bei 28,5 Prozent. Der wohl anstehende deutsche Verkaufsakt hat jedoch nichts mit dem erzwungenen Ende des Bankassurance-Gedankens bei RBS zu tun. Vielmehr geht es um eine betriebswirtschaftliche Optimierung bei der verselbständigten einstigen Versicherungsdivision von RBS.

Als ein möglicher Käufer käme auch ein Automobilhersteller in Frage, der sich mit dem Gedanken nach mehr Financial Services beschäftigt. Der im Raum stehende Preis von 500 Mio. Euro steht gegenüber erwirtschafteten 3,5 Mio. Euro. Die auf Motor- und Hausratsgeschäft spezialisierte Direct Line war 1985 von Peter Wood als erster britischer Direktversicherer gegründet worden. Zu den Marken der Gruppe gehören Direct Line, Churchill (einst Teil der Winterthur), Privilege und Green Flag. Die 2013er Bruttoprämie hatte 3,925 Mrd. Britische Pfund betragen, die Combined Ratio hatte sich um 3,1 Prozent Punkte auf 96,1 Prozent verbessert. Der Marktanteil im britischen Privatautogeschäft liegt bei 14 Prozent, der im Hausratsgeschäft bei 17 Prozent.

Direct Line ist über hundertprozentige Tochtergesellschaften auch in Deutschland (Direct Line Versicherung AG , Teltow bei Berlin) und Italien (Direct Line Insurance S.p.A Mailand) tätig. Die operative deutsche Tochter besteht seit 1996 (als Tochter der Allstate, die sie 2002 an RBS veräußert hatte) und gehörte bis April 2012 der RBS Deutschland Holdings GmbH – insofern Gewinnabführungsbetrag, letzte Abführung vor Auflösung 20 Mio. Euro.

Das Kalenderjahr 2012 (der 2013er Geschäftsbericht findet sich noch nicht im elektronischen Bundesanzeiger) gliederte sich bei der deutschen Direct Line in zwei Rumpfgeschäftsjahre. Bis 01.04. (Veränderung bei den Gesellschaftern) und ab 01.04. Per 31.12.2013 hatte das Eigenkapital 58,6 Mio. Euro betragen, die SchwaRü 69,8 Mio. Euro (Vorjahr: 73,6 Mio. Euro). Für netto hatte es 156,2 Mio. Euro an Schadenrückstellungen und 36,4 Mio. Euro an Prämienüberträgen gegeben. (cpt)

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