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Deutsche Bank schickt Abbey Life in den Run-off

29.09.2016 – Deutsche_Bank_logo - quelle Deutsche BankDie Deutsche-Bank-Versicherungstochter Abbey Life, die seit 2000 kein Neugeschäft mehr macht, wird an den britischen Run-off-Spezialist Phoenix Group für 935 Mio. Pfund (1,1 Mrd. Euro) verkauft. Dadurch entsteht für das größte deutsche Geldinstitut ein Vorsteuerverlust von 800 Mio. Euro, die Eigenkapitalquote verbessert sich durch den Verkauf um 0,1 Prozentpunkte. Die Regierung arbeitet trotz Dementi an einem Rettungsplan, berichtet die Zeit.

Gegründet im Jahre 1961, war der britische Lebensversicherer Abbey Life von 1996 bis 2007 Teil der landsmännischen Traditionsbank Lloyds Bank. Kurz vor Ausbruch der Finanzkrise haben die Frankfurter den Versicherer für knapp 1,5 Mrd. Euro gekauft. “Wir freuen uns, dass wir den Verkauf mit Phoenix Group, einem spezialisierten Lebensversicherungsfonds, vereinbaren konnten”, sagte Deutsche-Bank-Chef John Cryan in einer Mitteilung. Neben der Phoenix Group gehörten namhafte internationale Institute, wie zum Beispiel der Rückversicherer Swiss Re, der britische Versicher Legal & General und der chinesische Konzern Anbang zu den Kaufinteressenten.

Derweil äußerte sich Cryan im Interview mit der Bild zu den Spekulationen um eine Bankenrettung. Die Deutsche Bank brauche keine Staatshilfe. “Ich kann nicht verstehen, wie jemand das behaupten kann. Ich habe die Bundeskanzlerin zu keinem Zeitpunkt um Hilfe gebeten. Ich habe auch nichts dergleichen angedeutet. Die Situation ist besser, als sie von außen wahrgenommen wird”, sagt Cryan, der seit 2015 an der Konzernspitze steht. Die Bank erfülle “alle aufsichtsrechtlichen Kapitalanforderungen”, habe “weitaus weniger Risiken in den Büchern als früher” und sei “komfortabel mit freier Liquidität ausgestattet.”

Dennoch würden die Bundesregierung und die zuständigen Finanzaufsichtsbehörden einen Notfallplan für die Deutsche Bank vorbereiten. Nach Informationen der Zeit arbeiten Beamte in Berlin, Brüssel und Frankfurt trotz bisheriger Dementi ein entsprechendes Konzept aus. Es soll in Kraft treten, wenn die Deutsche Bank zusätzliches Kapital benötigt, um ihre Rechtsstreitigkeiten beizulegen und sich diese Mittel nicht am Markt besorgen kann, schreibt die Zeitung. Im äußersten Notfall könnte sich der Staat direkt an der Bank beteiligen. Es sei eine Beteiligung von 25 Prozent im Gespräch. Allerdings handele es sich dabei bisher nur um Planspiele.

Die Bundesregierung hat den Bericht der Zeit dementiert. Eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums sagte der Nachrichtenagentur Reuters: “Diese Meldung ist falsch. Die Bundesregierung bereitet keine Rettungspläne vor. Anlass für derartige Spekulationen gibt es nicht.” (vwh/dg)

Bildquelle: Deutsche Bank

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