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Darag sieht erhebliches Run-off Potenzial in Deutschland

18.02.2014 – Arnd Grossmann.DARAGArndt Gossmann, Vorstandssprecher der Darag, erklärt im Exklusiv-Interview mit vwheute, welches Potenzial für Run-off-Geschäfte er auf dem deutschen Markt sieht und mit welchen Aktivitäten seines Hauses zu rechnen ist. Auch ob, das Thema Run-off im Segment Lebensversicherung eine Rolle spielen kann.

vwheute: Wieviel Deals hat die Darag aktuell noch in der Pipeline?

Gossmann: Seit Anfang des Jahres 2014 haben wir bereits vier Due Diligences durchgeführt. Das ist ein solider Start. Insgesamt sehen wir bei den europäischen Versicherern zunehmendes Interesse an finalen Lösungen für das Altgeschäft. Diese Offenheit wird auch durch den konkretisierten Einführungstermin von Solvency II und die geforderten Eigenkapitalrichtlinien befeuert. Der europäische Run-off-Markt bietet mit 235 Milliarden Euro für uns als Legacy Trustee erhebliches Potenzial, selbst wenn nur ein Teil externalisiert wird. Wir sind zuversichtlich, an den Erfolg des vergangenen Jahres anknüpfen zu können.

vwheute: Wie viel, beziehungsweise in welcher Größenordnung, kann die Darag „stemmen“?

Gossmann: Nach der Vervierfachung der Eigenkapitalbasis auf 83 Millionen Euro im April 2013 ist die Darag für weitere Übernahmen von Legacy-Beständen gut gerüstet. Im vergangenen Jahr konnten wir sieben Transaktionen abschließen. Was die Größe der einzelnen Transaktionen angeht, gibt es noch Luft nach oben: Möglich sind Bestandsübernahmen im unteren dreistelligen Millionenbereich.

vwheute: Halten Sie es für denkbar, in Deutschland ein Geschäft mit der Abwicklung von Lebensversicherungen zu organisieren? Falls nicht, warum nicht?

Gossmann: Nein, wir wollen nicht in den Lebensversicherungs-Markt eintreten. Die Darag ist als Run-off-Pionier im Nicht-Leben-Bereich gestartet. Hier haben wir uns in den vergangenen fünf Jahren europaweit etabliert und eine solide Basis geschaffen, um unser Geschäftsmodell weiter auszubauen. Das Run-off-Modell in der Lebensversicherung unterscheidet sich von dem der Nichtlebensversicherung: Anders als die Sach- und Unfallversicherer erzielen Lebensversicherer auch in der Run-off-Phase noch Prämieneinnahmen. Das ist vor allem eine Herausforderung an die Verwaltung und Betreuung der Kunden. Schon deswegen ist es für einen Run-off-Versicherer im Leben-Bereich entscheidend, große Altbestände zu erwerben, um Skaleneffekte in der Verwaltung zu erzielen.

Das Interview führte vwheute-Redakteur Alexander Kaspar.

Bild: Arndt Gossmann sieht erhebliches Run-off Potenzial in Deutschland. (Quelle: DARAG)

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