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Cyberangriff: Kein Unternehmen ist sicher

22.11.2016 – Albrecht_ACEVersicherungslösungen sollen in erster Linie dazu dienen, “Kunden bei neuen Risiken und dem entsprechenden Management ebenjener zu unterstützen”, sagt Peter Albrecht, Manager Claims Germany/Austria bei Chubb. Allerdings könne “eine Cyberdeckung weder ein adäquates Risikomanagement noch die Netzwerk- und Datensicherheit oder den Datenschutz ersetzten”, betont der Experte gegenüber VWheute.

VWheute: Cyberrisiken gelten mittlerweile als zweitgrößtes Geschäftsrisiko in Deutschland. Wie hat sich die Risikolandschaft in den vergangenen Jahren verändert?

Peter Albrecht: Heutzutage ist kein Unternehmen mehr vor Cyberangriffen sicher. Die Größenordnung spielt dabei keine Rolle – es ist irrelevant, ob es sich um ein Kleinunternehmen, einen Mittelständler oder ein Großkonzern handelt. Mittlerweile stellt also jedes Unternehmen ein potentielles Ziel dar, wobei die bisher klassisch hochexponierten Branchen, wie beispielsweise die Finanzdienstleister oder der Einzelhandel, aus Angreifersicht noch immer sehr beliebt sind. Dies ist nicht zuletzt der hohen und auch steigenden Zahl von Transaktionen und vertraulichen Daten (Stichwort “Big Data”) geschuldet.

VWheute: Die Versicherer plädieren vor dem Hintergrund der neuen digitalen Bedrohungen für neue Policen und Produkte. Welche Auswirkung wird die aktuelle Entwicklung auf die Geschäftsmodelle haben? Haben die klassischen Modelle ausgedient?

Peter Albrecht: In erster Linie sollen Versicherungslösungen dazu dienen, Kunden bei neuen Risiken und dem entsprechenden Management ebenjener zu unterstützen. Cyber ist ein gutes Beispiel, da wir unsere Kunden durch den gesamten Zyklus der Cyberpolice unterstützen; so beispielsweise auch im Vorfeld des eigentlichen Abschlusses. Hier unterstützen wir bereits beim Risikomanagement. Und im Schadenfall steht unseren Kunden eine erste freie Rechtsberatung zur Verfügung. Vergessen werden darf dabei aber nicht, dass eine Cyberdeckung weder ein adäquates Risikomanagement noch die Netzwerk- und Datensicherheit oder den Datenschutz ersetzt.

VWheute: Stichwort Schadenmanagement: Welche Auswirkungen auf das Schadenmanagement sehen Sie aktuell für die Versicherungsbranche und worin sehen Sie die Hausaufgaben für die Unternehmen?

Peter Albrecht: Bezogen auf Cyberrisiken heißt es aufmerksam zu bleiben. Da es sich im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung um stetig wandelnde Risiken handelt, gilt es diese permanent zu beobachten. Unser Ansatz ist es, unseren Kunden bei einem Cybervorfall mehr zu bieten als reines Schadenmanagement. Dazu gehört die bereits angesprochene Rechtsberatung, aber auch die Schadenbehebung und -minderung in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Experten, also beispielsweise mit Forensikern. Wie bei jedem Risiko, speziell wenn es sich um ein neues handelt, sind Unternehmen gut beraten, wenn sie sich intensiv mit den für sie möglichen Gefahren und Szenarien beschäftigen.

Bild: Peter Albrecht ist Manager Claims Germany/Austria bei Chubb. (Quelle: Chubb)

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