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Cyber: Konkrete Gefährdung auch für Versicherer

17.02.2016 – vonSpreti_AccentureDurch neue digitale Geschäftsmodelle in den Bereichen “Connected insurance” oder “Insurance on demand” wächst bei Versicherern die Fläche für mögliche Attacken von außen. Davon ist Accenture-Sicherheitsexperte Marius von Spreti überzeugt. Ein erhebliches Risiko sieht er im möglichen Verlust des Kundenvertrauens beim Umgang mit sensiblen Daten.

“Cyberrisiken stellen längst ein wesentliches operationelles Risiko dar. Die Kosten belaufen sich schon heute auf durchschnittlich rund 20 Millionen US-Dollar pro Jahr und Unternehmen”, erklärt Marius von Spreti.

Nur mit modernen analytischen und forensischen Methoden kann es demnach gelingen, dem eigenen Unternehmen eine adäquate Widerstandsfähigkeit zu verleihen – Stichwort “business resilience” (siehe DOSSIER).

Versicherer müssten zunächst die Fähigkeit entwickeln, Sicherheitsverletzungen besser zu identifizieren und zu kontrollieren. Zugleich gehe es darum, den möglichen Schaden von Cyberattacken einzudämmen, um die eigene Geschäftskontinuität zu sichern.

Durch die Rechtsverordnung für die Meldepflicht von Cyber-Attacken im Bereich Gesundheit sowie Finanz- und Versicherungswesen im Rahmen des IT-Sicherheitsgesetzes, die in der zweiten Jahreshälfte 2016 kommen soll, erhofft sich der Experte erhebliche Vorteile: “Dadurch wird nicht nur die Transparenz über entstandene Schäden durch Cyber-Attacken, sondern auch bessere Zusammenarbeit im Bereich Cyber-Abwehr zwischen den Unternehmen gefördert.”

Von Spreti stellt fest, dass die Versicherungswirtschaft einen strategischen Ansatz zur Bekämpfung von Cyberkriminalität braucht: Datendiebstähle bei Versicherern böten schon heute die Möglichkeit einer direkten Monetarisierung für Angreifer, da viele Geschäftsprozesse eines Versicherers eine finanzielle Transaktion auslösen. “Hinzu kommt das Kundenvertrauen im Umgang mit den sensiblen Daten. Dieses bildet schließlich eine wesentliche Geschäftsgrundlage einer Versicherung. Der Verlust desselbigen durch verunsicherte und abwandernden Kunden, nicht nur derjenigen, die von einem Datenverlust direkt betroffen sind, stellt insofern ein weiteres erhebliches Risiko für Versicherer dar.” (vwh/ku)

Bild: Marius von Spreti ist bei Accenture verantwortlich für den Bereich Informationssicherheit bei der Unternehmensberatung. (Quelle: Accenture)

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