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Chemiekonzerne im Kaufrausch

28.10.2016 – chemie_pixelioEuropäische und deutsche Chemiekonzerne haben in den letzten Jahren kräftige Zukäufe getätigt. Zudem investieren sie wesentlich stärker im Ausland als auf dem heimischen Markt. Das Land der Begierde sind – wie in aktuellen Fällen – oftmals die USA, konstatiert der Kreditversicherer Euler Hermes. Grund sind unter anderem die niedrigeren Rohstoff- und Energiepreise in den Vereinigten Staaten.

“Die Chemieunternehmen in Europa und in Deutschland sind weiterhin profitabel und verzeichnen 2016 trotz weiter stagnierenden Umsätzen stabile operative Gewinnmargen von rund zehn Prozent”, konstatiert Ludovic Subran, Chefvolkswirt der Euler Hermes Gruppe. “Das Branchenrisiko ist insgesamt eher gering. Allerdings beruht diese komfortable Situation vor allem auf der Talfahrt des in Europa vorrangig eingesetzten Rohstoffs Naphtha. Dieser ist seit 2013 um rund 60 Prozent gefallen. Dadurch konnten Chemieunternehmen ihre stagnierenden Umsätze kompensieren.

Dennoch herrscht nach Ansicht des Kreditversicherers kein Anlass für eitel Sonnenschein. “Europäische und deutsche Chemieunternehmen sollten sich lieber nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen”, ergänzt Ron van het Hof, Vorstandschef von Euler Hermes in Deutschland, Österreich und der Schweiz. “Es ist definitiv praktisch und manchmal sogar entscheidend, wichtige Materialien zu wesentlich günstigeren Preisen einzukaufen. Aber sich kurzfristig darauf zu verlassen, dass die niedrigen Energiekosten die Unsicherheiten angesichts möglicher Brexit-Folgen für die Branche oder den schwachen Welthandel kompensieren, könnte sich langfristig rächen.”

Zudem haben die deutschen Chemieunternehmen nach Aussage von van het Hof in den vergangenen Jahren mit Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie einer weiteren Spezialisierung haben die deutschen Unternehmen in den letzten Jahren bereits aufs richtige Pferd gesetzt. Dadurch sei “die deutsche und europäische Chemieindustrie in der Lage, auch in schwierigen Situationen mitzuhalten, haben die Unternehmen in der Vergangenheit bereits zur Genüge bewiesen”, sagte Van het Hof. “Die US-Unternehmen hatten viele Jahre die Nase weit vorne. Die hiesigen Marktteilnehmer haben versucht, durch erhebliche Effizienzsteigerungen wenigstens halbwegs mitzuhalten. Durch den Einbruch der Ölpreise haben sie jetzt eine dringend benötigte Atempause und haben sich zurückgekämpft in ein Kopf-an-Kopf-Rennen.” (vwh/td)

Bildquelle: Hiero / pixelio.de

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