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Check24 gerät unter Druck

15.10.2015 – check24_remDer Markt der Vergleichsportale ist “immer härter umkämpft”, beklagen Henrich Blase, Gründer der Check24 Vergleichsportal GmbH, und Christoph Röttele, der neue Sprecher der Geschäftsführung, beim 5. Medienroundtable in München. Dies mit der Folge eines “für uns teilweise rational nicht mehr nachvollziehbaren Wettbewerbsverhaltens”, so die Manager des Branchen-Marktführers. Ursächlich dafür seien unterschiedliche Gründe.

Zum einen führt das aktuell große Kapitalangebot nach Einschätzung von Blase und Röttele dazu, dass sich Investoren angesichts der derzeitigen Zinssituation auf der Suche nach Anlagemöglichkeiten zunehmend bei sogenannten “Fintechs” engagieren. Dabei akzeptierten sie auch, dass diese Start-ups vor allem für die Kundenakquise hohe Verluste produzierten, aber über “kein nachhaltiges Geschäftsmodell” verfügten. Ähnlich erstaunt zeigten sich die beiden Check24-Manager darüber, dass nach dem Desaster der Huk-Coburg und anderer Versicherer, über den Kauf des Vergleichsportals Transparo im Vergleichsmarkt Fuß zu fassen, die HanseMerkur nun mit der Übernahme von Geld.de einen vergleichbaren Weg wagt.

Als weitaus gefährlicher für die Marktposition des eigenen Unternehmens stufen Blase und Röttele jedoch die Übernahme von Verivox sowie weiterer Wettbewerber durch die ProSiebenSat.1-Unternehmensgruppe ein. Dies nicht zuletzt mit Blick auf die für alle Portale strategisch sehr wichtige, aber kostenintensive Fernsehwerbung.

Dieser Herausforderung will Check24 dadurch begegnen, dass das Unternehmen seinerseits das Media-Budget ausweitet und neu strukturiert, sowie das Produktangebot ständig erweitert. Nachdem dazu im Vorjahr der Fokus auf Reisevergleiche gelegt worden war, liegt er laut Röttele derzeit auf den Bereichen Baufinanzierung sowie Shopping. In letzterem werde das Sortiment vor allem durch Autozubehör wie Reifen ausgebaut, wurde angekündigt. Dabei will Check24 zugleich Werkstätten für die Montage vermitteln und baut dazu derzeit ein Partner-Netzwerk auf.

Unverändert überzeugen will der Marktführer jedoch ebenso durch die ständige Verbesserung seiner Beratungskompetenz, der Transparenz und der Benutzerfreundlichkeit in allen seinen Tätigkeitsbereichen. Check24 sei eben “kein reines Preisportal”, so die Feststellung. In diesem Zusammenhang lehnten Blase und Röttele auf Nachfrage eine Stellungnahme zu der vom Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) kürzlich eingereichten Klage gegen Check24 wegen Verletzung gesetzlicher Informations- und anderer Vermittlerpflichten unter Verweis auf das laufende Verfahren ab.

Dennoch sehe man dem Urteil des Gerichts “gelassen” entgegen. Sollte sich entgegen der Erwartung des Unternehmens daraus dennoch Nachbesserungsbedarf ergeben, werde dem selbstverständlich Genüge getan, wurde versichert. Dagegen werde sich Check24 auf keinen Fall auf einen öffentlichen Dialog mit dem BVK über dieses Thema einlassen. (rem)

Bildquelle: rem

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