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Der Blick zurück lobend, der Blick voraus fragend

07.05.2015 – allianz_perlet_bate_diekmann_hv_2015_ak_150Mit viel Lob und Applaus für die neuerlichen Rekordzahlen ist Michael Diekmann, seit heute Ex-Vorstandsvorsitzender der Allianz S.E., auf der Hauptversammlung in München verabschiedet worden. Aufsichtsrat und Aktionäre dankten Diekmann für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Auf Nachfolger Oliver Bäte warten bereits große Aufgaben, wie zahlreiche Redner in ihren Beiträgen skizzierten. Damit ist Aufsichtsrats-Chef Helmut Perlet eine reibungslose Nachfolgeregelung gelungen, was heutzutage in deutschen Großunternehmen wahrlich keine Selbstverständlichkeit ist.

Keine Antwort gab es auf die spannendste, von mehreren Rednern angesprochene Frage des Tages: “Was haben Sie vor?”, fragte nicht allein die Aktionärsvertreterin Daniela Bergdolt in Richtung Oliver Bäte, den Neuen an der Konzernspitze. Doch selbst der Einladung seines Vorgängers im Amte, den erwartungsvollen 3.100 Aktionären in der Olympiahalle doch eine Andeutung der strategischen Perspektiven in der neuen Vorstandsära zu gewähren, mochte Bäte bei dieser Gelegenheit nicht entsprechen. (Siehe VWheuteTV).

So blieb es der Tag des Michael Diekmann, Nummer neun in der ewigen Liste der Allianz-Vorstandsvorsitzenden: Dramaturgisch zum 125-jährigen Jubiläum des Unternehmens passend konnte Diekmann neue Rekorde vermelden: Im ersten Quartal 2015 wurde auf Basis vorläufiger Zahlen ein Gesamtumsatz von 37,8 (Erstes Quartal 2014: 34,0) Mrd. Euro erzielt. Das entspricht einem Anstieg von 11,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das operative Ergebnis erreichte 2,86 (2,72) Mrd. Euro, ein Zuwachs von 4,8 Prozent. Der auf Anteilseigner entfallende Quartalsüberschuss betrug 1,82 (1,64) Mrd. Euro, 11,0 Prozent höher als im Vorjahresquartal.

In der Lebens- und Krankenversicherung betrug die Neugeschäftsmarge im ersten Quartal 1,5 (2,5) Prozent und spiegelt damit die Auswirkungen des Niedrigzinsumfelds wider. Im Asset Management stieg das verwaltete Vermögen für Dritte aufgrund Marktwertsteigerungen und Währungskurseffekten auf 1.408 Milliarden Euro zum Ende des ersten Quartals, verglichen mit 1.313 Mrd. Euro Ende 2014.

Das sind ambitionierte Zahlen, die Diekmann seinem Nachfolger hinterlässt und setzen Markierungen. Dem entsprechend drehten sich  bei aller Zufriedenheit über eine Rekorddividende von 6,85 Euro dann doch auch Fragen um die zukünftige Aufstellung der Allianz: Welche Auswirkungen hat Solvency II auf das Zahlenwerk, wie und wo will man in Zeiten sinkender Zinsen weiter Geld verdienen und immer wieder: Welche Antworten hat die Allianz auf die Digitalisierung? Auch wenn hier bislang konzernweit rund 800 Mio. Euro investiert wurden, der Handlungsdruck geht weiter. Immerhin erfolgte die Stabübergabe in einer Halle von olympischem Geist: Höher, schneller weiter!

Für den Rest des laufenden Geschäftsjahres zeigte sich Michael Diekmann zuversichtlich, dass bisherige Wachstumstempo weiter beibebehalten zu können. Die Meinung einiger Analysten, die Aktie sei jetzt ausgereizt teile er nicht. Beobachter rechnen zwar mit Kontinuität; doch hinter den Kulissen läßt der derzeit noch zurückhaltend auftretende Konzernchef Nummer zehn bereits rotieren, hört man. (vwh/ak)

Link: Siehe DOSSIER

Bild: Allianz Führungsspitze (v.l.n.r.): Oliver Bäte (neuer Vorstandsvorsitzender), Helmut Perlet (Aufsichtsratsvorsitzender), Michael Diekmann (scheidender Vorstandsvorsitzender). (Quelle: ak)

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