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Big Data und Smart Analytics hin oder her – das Solidaritätsprinzip bleibt

09.12.2014 – Rion_Swiss_ReDas Solidaritätsprinzip bleibt trotz Datenrevolution in der Versicherungswirtschaft erhalten. Zentral dabei: Die Datenhoheit muss beim Individuum sein. Mehr Transparenz ist auch eine Sache der Eigenverantwortung. Beitrag von Séverine Rion Logean, Vice President Swiss Re, Head Life & Health Europe.

Die Versicherung ist ein Pionier in der Erforschung von Gesundheitsdaten, diese Tatsache ist nicht neu. Bereits in den 60er Jahren hat die US Amerikanische Versicherungsindustrie eine Studie basierend auf Daten von Versicherten von 26 Lebensversicherern publiziert, welche zum Schluss kam, dass Übergewicht zu einer erhöhten Mortalität führt.

Aufgrund der Resultate einer Europäischen Kohortenstudie mit 34.680 HIV-Patienten können Personen, die mit HIV leben, eine Lebensversicherung für bis zu 20 Jahre zu erschwinglichen Preisen kaufen, was für eine Darlehenshypothek sehr hilfreich sein kann. Diese Trendwende führt zur folgerichtigen Verbesserung der Lebensqualität von HIV positiven Personen. Durch die Chance auf eine Hypothek haben sie mehr Freiheitsgrade in der Gestaltung ihres Lebens; nehmen wir als Beispiel das Erschwingen von Wohneigentum.

‘Big Data’ und ‘Smart Analytics’ und das aufkommende ‘Internet of Things’ werden nicht nur den Gesundheitssektor, aber direkt oder indirekt auch die Versicherungsindustrie revolutionieren. Aufgrund von Biomarkern oder Verhaltensdaten, welche heute weltweit durch Sensoren gesammelt und in großen Mengen angereichert werden, generieren wir Informationen, die intelligent kombiniert, zu neuen Erkenntnissen führen können. So können wir als Individuen zum Beispiel lernen, ob wir durch mehr Schritte pro Tag einen positiven Einfluss auf unseren Blutdruck haben können, oder ob wir dann doch zusätzlich auf unseren täglichen Gang ins Fast-Food-Restaurant verzichten sollten.

Auch für die zukünftig Versicherten sollten diese neuen Daten neue Möglichkeiten bieten. Eine umfangreiche Informationslage unterstützt die präzise Risikoeinschätzung. Von ‘Big Data’ erhofft man sich eine Verbesserung des zukünftigen Risikos aufgrund der Förderung positiver Verhaltensweisen, falls die Interessen von Versicherten und Versicherer miteinander im Einklang stehen. Ein Beispiel möge hier ein gut überwachter Blutzuckerspiegel beim Diabetespatienten sein, der zur Minimierung von Sekundärerkrankungen beiträgt.

‘Big Data’, Sensoren und neue Ansätze im Gesundheitswesen und der Versicherungsindustrie hin oder her, die Grundsätze der Versicherung, wie unter anderem das Solidaritätsprinzip, die Einschätzbarkeit des Risikos und die Zufälligkeit des Eintretens des versicherten Ereignisses bleiben bestehen. Wichtig in dieser ganzen Datenrevolution ist, dass die Kompetenz persönlicher Daten beim Individuum bleibt. Wir alle sollen in jedem Fall entscheiden können, ob und mit wem wir Informationen teilen möchten.

In diesem Punkt steht die Gesellschaft heute vor einer großen Herausforderung. Wir alle benutzen heute Apps, bestimmen unseren Standort übers GPS auf dem PDA (Personal Digital Assistant) und wissen selten, wo diese Informationen hinfließen und gespeichert werden. Mehr Transparenz ist nicht nur da, sondern auch bezüglich dem Wert meiner persönlichen Daten gefordert. (vwh/ku)

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