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Bessere Entlohnung bindet keine Mitarbeiter

18.08.2016 – Manager_Steinbrich_pixelioHöhere Grundgehälter sind augenscheinlich kein geeignetes Mittel, um Manager und Mitarbeiter in Führungspositionen zu gewinnen und langfristig zu binden. Laut einer Untersuchung des Beratungsunternehmens Mercer haben lediglich 22 Prozent der weltweiten Finanzdienstleister positive Erfahrungen mit höheren Grundgehältern gemacht. Allerdings scheint es durchaus große regionale wie Branchen-Unterschiede zu geben.

Während 35 Prozent der Unternehmen in Schwellenländern die Wirkung einer höheren Basisvergütung durchaus positiv einschätzen, sind es in Nordamerika nur 23 Prozent. Bei den Finanzdienstleistern in Europa liegt der Zustimmungswert mit 16 Prozent noch niedriger. Auch in den einzelnen Branchen scheint die Wirkung von höheren Grundgehältern auf die Mitarbeiterbindung durchaus unterschiedlich gesehen zu werden: Während Banken und Versicherer mit 24 bzw. 26 Prozent eine durchaus positive Wirkung sehen, sind es bei Finanzdienstleistern nur 22 Prozent. Auf völlige Ablehnung mit einem Wert von 100 Prozent stößt ein höheres Grundgehalt bei Investmentunternehmen und Asset Managern.

Wesentlich wichtiger scheinen hingegen laut Umfrage vor allem jene Angebote zu sein, die über das Gehalt hinausgehen. Demnach gehören zu den wichtigsten geplanten oder bereits umgesetzten Maßnahmen in den europäischen Finanzunternehmen Remote- bzw. Telearbeit (50%; weltweit: 43%), flexible Arbeitszeitgestaltung (41%; weltweit: 37%), Trainings- und Entwicklungsprogramme (41%; weltweit: 47%), Career Frameworks (38%; weltweit: 37%) sowie nicht-monetäre Belohnungs- und Anerkennungsprogramme (38%; weltweit: 34%).

“Gehälter sind schon längst nicht mehr alles. Natürlich achten Mitarbeiter heute und auch in Zukunft darauf, dass sie ordentlich bezahlt werden. Doch auch in der Finanzbranche zeichnet sich langsam ab, dass immer mehr Mitarbeiter sich neben finanziellen Anreizen auch andere Benefits von ihrem Arbeitgeber wünschen”, kommentiert Raffaela Stutz, Vergütungsexpertin bei Mercer, das Umfrageergebnis. “Mehr und mehr geht es hierbei um Flexibilität im Arbeitsumfeld, Unterstützung bei der Karriereentwicklung und Sinnfindung in der Arbeit. Um Mitarbeiter nachhaltig ansprechen und von ihrem Angebot überzeugen zu können, brauchen Unternehmen eine starke Employee Value Proposition.”

Gleichzeitig hätten die Unternehmen in höhren Gehältern “in den letzten Jahren häufig als Möglichkeit gesehen, um auf die stärkere Regulierung der variablen Vergütung zu reagieren. In vielen Fällen hat ein höheres Grundgehalt neben der höheren Barsumme tatsächlich weitere Vorteile für den Mitarbeiter: Der Zielbonus erhöht sich, sofern er als Prozentsatz des Grundgehalts definiert ist, die Beiträge zur Betriebsrente steigen und die Absicherung im Todesfall verbessert sich”, ergänzt die Mercer-Expertin. Dennoch habe die Studie gezeigt, “dass die erhoffte positive Wirkung im Hinblick auf die Gewinnung und Bindung wichtiger Mitarbeiter in den meisten Fällen ausgeblieben ist”.

Individuelles Fehlverhalten wird laut Mercer übrigens immer häufiger bestraft: Demnach gaben 62 Prozent der befragten Unternehmen weltweit gaben an, dass sie “in großem Stil” Maßnahmen zur Bestrafung von Fehlverhalten und Nichtbeachtung von Compliance-Vorgaben ergriffen haben. Dazu zählen unter anderem so genannte Malus-Regelungen, die auch aufgrund regulatorischer Vorschriften von 90 Prozent der Banken und 72 Prozent der Versicherer angewendet werden. (vwh/td)

Bildquelle: Uwe Steinbrich / pixelio.de

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