Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 
- Anzeige -

Berkshire Hathaway als Autohändler

07.10.2014 – buffettVon VWheute-London-Korrespondent Philipp Thomas.

Warren Buffett, der 84-jährige CEO von Berkshire Hathaway, ersetzte im Juli 2014 seinen 2006er Cadillac DTS durch einen 2014er XTS. Ein solcher Klassiker kostet zwischen 44.000 und 66.000 US-Dollar. Etwas teurer dürfte der jetzt bekanntgegebene weitere Autokauf Buffetts ausgefallen sein.

Berkshire Hathaway erwirbt aus Familienbesitz zu einem nicht bekanntgegebenen Preis die Van Tuyl Group, die aus einem 1955 in Kansas City gegründeten Chevrolet-Händler hervorgegangen war. Ziel dürfte es sein, aus der in Berkshire Hathaway Automotive umbenannten Gruppe einen, den Herstellern noch höhere Rabatte abpressenden, Mega-Autohändler zu schaffen und die sich hieraus ergebenden Leasing- und Autoversicherungsverträge zu kontrollieren.

Für Autohersteller wie GM dürfte dies eine äußerst bedrohliche Entwicklung sein. Häufig verdienen sie mehr an resultierenden Leasinggeschäften sowie der Vermittlung von Autoversicherungen denn an der Autoproduktion.

Van Tuyl bezeichnet sich als eine Beratungsgesellschaft, die mit 70 unabhängig im Markt agierenden (aber anscheinend von der Van Tuyl-Familie kontrollierten) Autohändlern zusammenarbeitet. Van Tuyl rangiert unter den US-Autohändlern an fünfter Stelle und bringt es auf acht Mrd. US-Dollar an Jahresumsatz. Die Operationen sind bislang auf zehn US-Bundesstaaten beschränkt: Arizona, Kalifornien, Florida, Georgia, Illinois, Indiana, Missouri, Nebraska, New Mexico und Texas.

Zu Van Tuyl gehören bereits zwei Versicherer:  Old United Casualty Co. (AM Best “A”, Sitzstaat: Kansas, in Kalifornien firmierend als  Vantage Casualty Company)  sowie Old United Life (AM Best B++, Sitzstaat: Kalifornien). Beide werden über die Zwischenholding Van Enterprises, Inc. kontrolliert und dürften Teil des von Berkshire Hathaway erworbenen Pakets an Firmen der Van Tuyl-Familie sein.

Buffett schätzt einfach zu verstehende Geschäftsmodelle, möglichst in Branchen, die der Konsolidierung harren. Anscheinend fällt auch der Autohandel in diese Kategorie. Die von der Börse mit 334 Mrd. US-Dollar bewertete Berkshire Hathaway kontrolliert bereits den Autoversicherer Geico sowie den Rückversicherer GenRe und hält über zehn Prozent an Munich Re sowie drei Prozent an Swiss Re. Des weiteren ist Berkshire Hathaway als Einsammler von Run-off-Portefeuilles aktiv, übernahm u.a. den unter Equitas zusammengefassten Lloyd’s Run-off.

Ein Versuch, im indischen Autoversicherungsgeschäft Fuß zu fassen, war 2013 abgeblasen worden. Berkshire Hathaway hatte einen Online-Agenten für den Nicht-Lebensversicherer Bajaj-Allianz (Bajaj wiederum ist ein Motorrad- und Kleinwagenhersteller) gegründet, die Absatzzahlen waren aber anscheinend nicht berauschend. Darum nun ein neuer Versuch in einem wirklich entwickelten Automarkt, den USA.

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten