Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

Beförderung von Frauen: “Nicht fragen, sondern bestimmen”

10.06.2015 – Asgodom_Constanze_WildMit Zukunftstrends, der Digitalisierung, dem Stellenwert älterer Arbeitnehmer in der Arbeitswelt und der Förderung weiblicher Führungskräfte beschäftigten sich die Personalvorstände der Deutschen Versicherungswirtschaft bei ihrer Jahrestagung gestern Nachmittag in Baden-Baden.

Zukunftsforscher Lars Thomsen definierte Tipping Points, also Umbruchpunkte, in den nächsten 520 Wochen. Bereits in 300 Wochen, so seine Vorhersage, würde Google selbstfahrende Autos anbieten, die auf Knopfdruck vorfahren. Ein weiterer Trend sei, dass Routinearbeiten, für die man bislang Menschen braucht, in nicht allzu ferner Zukunft besser, billiger und schneller durch Maschinen ausgeführt werden. Das gelte beispielsweise auch für den Ersatz von Pflegekräften. Im Personalbereich würden materielle Kategorien an Bedeutung verlieren, wichtiger werde Teilhabe, vor allem an sozialen Netzwerken.

Jeden Tag steige die Lebenszeit jedes Einzelnen statistisch um fünf Stunden. Mit dieser Botschaft erfreute die Journalistin Margaret Heckel die Personalvorstände. In China werde es 2069 bereits eine Million Hundertjährige geben. Am unzufriedensten seien die Menschen im Alter von 46 Jahren, ab dann steige Jahr für Jahr das Glücklichsein. Ältere hätten in der Arbeitswelt immer bessere Karten. Heckel plädierte für eine wertschätzende Firmenkultur. BMW habe seine Produktionsprozesse bereits demografiefest umgebaut.

Heute gibt es bereits zwei Mrd. Webnutzer, das sind gut ein Drittel der gesamten Weltbevölkerung, die via Internet auf fast neun Milliarden vernetzte Geräte zugreifen, berichtete Dieter Scholz, Arbeitsdirekter von IBM Deutschland. Die Digitalisierung verändere auch das HR-Management signifikant. Erforderlich sei eine umfassende Talent-Management-Software: “Wir wollen schon beim Eingang der Bewerbung feststellen, ob sich der Bewerber bei uns wohlfühlen würde.”

Management-Coach Sabine Asgodom zeigte auf, wie Unternehmen ambitionierte Frauen verunsichern, verärgern und verscheuchen. Frauen wollten entdeckt werden und nach der Entdeckung am liebsten noch eine “Schleife” drehen, bevor sie den neuen Job antreten. Deshalb dürfe man sie nicht fragen, sondern müsse bestimmen, dass sie befördert werden. Erfolgreiche Unternehmen denken um: Diversity als Wettbewerbsvorteil, Gender Blindness (der/die Beste wird genommen, unabhängig vom Geschlecht), strikt leistungs- bzw. ergebnisorientierte Beförderung sowie ein neues Führungsdesign, bei dem Familie und Führungsposition miteinander vereinbar sind (zum Beispiel durch “Führen in Teilzeit”). (vwh/nie)

Bild: Bestseller-Autorin Sabine Asgodom sprach bei der Jahrestagung der Personalvorstände der deutschen Versicherungswirtschaft in Baden-Baden. (Quelle: Constanze Wild)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten