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Bäte will Allianz auf Kurs bringen

23.11.2015 – oliver_baete_allianzDer diesjährige Investorentag der Allianz am kommenden Dienstag steht unter einem besonderen Licht. Mit Spannung erwarten die Beobachter vor allem die neue Konzernstrategie, mit der Vorstandschef Oliver Bäte den Versicherer zukunftsfähig machen will. Sein Ziel: aus dem risikoscheuen Traditionshaus einen flexiblen Internetkonzern formen.

“Kontinuität und Erneuerung” heißt das Programm, dessen Details der 50-Jährige den Aktionären und Investoren vorlegen will. Das Credo: Digitaler und kundennäher. Zudem soll die Konkurrenz – insbesondere durch neue und kleine Unternehmen der Start-up-Szene – auf Abstand gehalten werden. Auch die Kosten sollen sinken.

“Die Organisation muss sich bewegen”, kündigte Bäte am Freitag auf dem Wirtschaftsgipfel der Süddeutschen Zeitung in Berlin an. “Wir müssen einiges verändern, weil sich unsere Welt so schnell und fundamental ändert”, wird der Allianz-Chef im Handelsblatt zitiert. Allerdings wolle er nicht alles über den Haufen werfen. Zwar sei bei dem Versicherer nicht “alles super”. Allerdings es gebe auch keinen Grund, alles anders zu machen, so Bäte.

Ein weiteres Ziel: die Allianz soll flotter werden. “Es geht im Grunde darum, die Macht der Juristen und Versicherungsmathematiker zu brechen”, wird ein langjähriger Manager der Allianz in der WirtschaftsWoche zitiert. Diese seien nämlich viel mehr auf Vorsicht und Risikominimierung fokussiert.

Demnach will Bäte einen Milliardenbetrag in die Digitalisierung investieren, berichtet das Blatt weiter unter Berufung auf Konzernkreise. Demnach sollen große Teile in die Aufrüstung der IT-Infrastruktur fließen. Ein Beispiel: künftig solle Regulierung eines Schadens nach einem Autounfall künftig von einem Computer erfolgen.

Die Bearbeitungsdauer: vier Stunden statt bislang zwei Wochen. Zudem sollen laut WirtschaftsWoche vor allem einfach gestrickte Policen wie für Hausrat oder Kfz künftig vor allem online abgeschlossen werden können. Damit könnten einige der deutschlandweit mehr als 8.000 Agenturen mit gut 10.000 Vertretern überflüssig werden.

Auch Konzernübernahmen sollen laut Bericht stärker auf der Agenda stehen. Demnach suche die Allianz vor allem in Europa nach neuen Übernahmezielen, um das schwächelnde Sachversicherungsgeschäft anzukurbeln.

Inwieweit sich dies hingegen auf die künftige Finanzentwicklung auswirken wird, bleibt unter den Analysten hingegen umstritten. So rechnen einige Börsianer laut Euro am Sonntag mit einem Stillstand des Gewinnwachstums bis 2017. Analysten der UBS-Bank zeigen sich diesbezüglich laut Bericht allerdings optimistischer: So könnte der Versicherer mit den Reformen seinen Gewinn bis 2017 um 15 Prozent steigern. (vwh/td)

Bild: Allianz-Vorstandschef Oliver Bäte verkündet am Dienstag die neue Konzernstrategie. (Quelle: Allianz)

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