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Barmenia testet Telemedizin

02.06.2016 – Telemedizin - Bayerische TelemedallianzÄrztliche Fernbehandlung ist in Deutschland verboten. Gemeinsam mit der Barmenia geht das Telemedizin-Start-up Teleclinic mit diesem Geschäftsmodell dennoch an den Start. Via Videochat im Internet und per Smartphone können Patienten derzeit 18 Ärzte kontaktieren und Rat zur Gesundheitsfragen einholen. Ein Rezept dürfen die Mediziner von Teleclinic jedoch nicht ausstellen.

Telemedizin zu praktizieren, ist in Deutschland heikel. Der Grund ist das Verbot einer ausschließlichen Fernbehandlung. Es besagt, dass ein Arzt ein telefonisches oder Online-Behandlungsgespräch mit einem Patienten nur führen darf, wenn er ihn auch persönlich behandelt. Dennoch bietet das Telemedizin-Start-up Teleclinic ärztliche Fernbehandlung an.

“Wir glauben, dass es für viele Menschen, die plötzlich krank werden oder Schmerzen haben, wichtig ist, möglichst umgehend eine erste Einschätzung von einem Arzt zu bekommen”, wird Reinhard Meier, Orthopäde und medizinischer Leiter bei Teleclinic im Handelsblatt zitiert. Wenn Banking und Shopping online mögilch sein soll, warum nicht auch ärztliche Beratung.

Gesundheitsökonom Karsten Knöppler kritisiert im Exklusivinterview mit VWheute die Risikobereitschaft der Krankenkassen bei solchen Projekten mitzumachen. Als erste private Krankenkasse kooperiert die Barmenia nun mit den drei Gründern von Teleclinic. In einem dreimonatigen Pilotprojekt, das wissenschaftlich begleitet wird, will die Krankenversicherung prüfen, wie das Angebot von ihren Versicherten angenommen wird und welche Vorteile es bringt. “In einer Gesellschaft, in der Menschen immer mehr reisen und beruflich unterwegs sind, ist Zeit Mangelware. Daher sollte auch eine Beratung durch einen Arzt am besten zusätzlich online verfügbar sein”, begründet Barmenia diesen Schritt.

Mit den gesetzlichen Krankenkassen ist das Start-up auch im Gespräch, allerdings sind hier die Regularien komplizierter. So müsste Teleclinic beispielsweise vor einem Vertragsabschluss mit den Kassen belegen, dass diese Kosten sparen, wenn die Patienten digital statt in der Praxis beraten werden. (vwh/dg)

Bildquelle: Bayerische Telemedallianz (BTA)

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