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Baloise schickt klassische Lebensversicherung in den Run-Off

18.09.2015 – Die schweizerische Baloise (Basel) hat den klassischen Lebensversicherungsbestand der Niederlassung der Basler Leben AG an die Frankfurter Leben verkauft. Das Geschäft umfasst ein Volumen von 1,9 Mrd. Franken, ein knappes Fünftel des gesamten Lebensversicherungsgeschäfts. Die neu geschaffene Frankfurter Leben wird von der chinesischen Investorengruppe Fosun kapitalisiert.

Fosun schafft mit dem Deal die Grundlage für eine Konsolidierungsplattform für Lebensversicherungsbestände. Die Frankfurter Leben-Gruppe will Lebensversicherungsgesellschaften oder Bestände erwerben, die sich im Run-off befinden oder in Run-off gesetzt werden. Sitz der neuen Gesellschaft ist Bad Homburg, ein weiterer Standort befindet sich in Bremen. Die Frankfurter Leben-Gruppe will 100 Mitarbeiter von der Basler übernehmen, die für den Bestand zuständig sind.

“Die Wahrung der Interessen der Kunden, Mitarbeiter und Vertriebspartner spielte bei der Auswahl des Käufers eine wesentliche Rolle”, sagt Jürg Schiltknecht, CEO der Basler Deutschland. Die Kunden würden weiterhin alle vertraglich zugesicherten Leistungen, den gewohnten Service sowie eine “marktkonforme” Beteiligung an den Überschüssen erhalten, verspricht er. “Mit der Vereinbarung über den Verkauf des Teilbestands des deutschen Lebengeschäfts führen wir im Neugeschäft konsequent die Fokussierung auf moderne, kapitalschonende Lebensversicherungen weiter”, sagt Baloise-CEO Martin Strobel. Der Bestand der Basler Lebensversicherungs-AG (Hamburg, 7,7 Mrd. CHF Bestand), die aus dem Deutschen Ring entstanden ist, ist von der Transaktion nicht betroffen.

Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Aufsichtsbehörden. Die Basler Leben Direktion für Deutschland hatte Ende 2014 fast doppelt so viel Eigenmittel wie behördlich vorgeschrieben. Hinzu kommt die Zinszusatzreserve, die auf etwa die Hälfte des harten Eigenkapitals kommt, Tendenz stark steigend. Die Frankfurter Leben AG wurde aus der Uelzener Leben geschaffen, die ihr gesamtes Geschäft an die Hanse Merkur abgegeben hat. Sie wird über einen Fonds zu 25 Prozent von der BHF-Bank kapitalisiert und zu 75 Prozent von der chinesischen Investorengruppe Fosun.

Dabei handelt es sich um einen Mischkonzern mit starkem Gewicht im Versicherungsgeschäft. Die jungen Fosun-Manager imitieren das Konzept von Warren Buffett, der am Versicherungsgeschäft vor allem die vielen Kapitalanlagen schätzt. Fosun expandiert derzeit in sehr offensivem Stil und geht dabei nicht unerhebliche Verpflichtungen ein.

Pikant: Der neue Versicherungschef der Bafin, Frank Grund, war von 2003 bis 2012 Chef der Basler Deutschland. Die Bafin hatte 2012 den Verkauf der Delta Lloyd an die japanische Investmentbank Nomura gestoppt. (ba, wo)

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