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Baloise-Gruppe ändert, gründet und erschafft

28.10.2016 – Hauptsitz Basler Versicherungen, BaloiseDie Baloise-Gruppe richtet ihr Geschäft unter der Bezeichnung “Simply Safe” neu aus. Es kommt zu Umstrukturierungen, Neugründungen und auch Thema Start-ups sind ein Thema. Grund genug für VWheute, einmal genau nachzufragen.

Mit einer verbesserten Omnikanal-Kommunikation sowie neuen Produkten und Dienstleistungen in den Bereichen Versicherung, Assistance und Vorsorge soll bis 2021 eine Million zusätzliche Kunden gewonnen worden, das entspricht in etwa 30 Prozent. Die Mitarbeitenden sollen von einer erhöhten Arbeitgeberattraktivität profitieren. Die Gruppe strebt eine führende Position in der Branche an. Die Entwicklung soll ab 2017 mittels eines Leistungsindikators jährlich dargestellt werden. Bis 2021 sollen rund zwei Mrd. Schweizer Franken in die Baloise Holding fließen. Die Aktionäre sollen von der “nachhaltig verbesserten Ertragskraft” profitieren: Es ist ein Rückkaufprogramm eigener Aktien und die Investitionen in neue strategische Projekte geplant.

Auch im operativen Geschäft sind Änderungen angedacht. So möchte sich die Baloise-Gruppe, in Deutschland die Basler, von unattraktiven Geschäftsfeldern ab- und attraktiven zuwenden. Das Unternehmen schreibt: “Wir werden uns aus jenem Industriegeschäft zurückziehen, das für die Basler kein gutes Risiko/Ertragsverhältnis aufweist. Dies ist hauptsächlich das Großindustriegeschäft, in der die Baloise nicht Hauptakteur ist. Wir fokussieren uns aber vermehrt auf kleine und mittlere Betriebe, die eher dem Risikoappetit der Basler Deutschland entsprechen und wo wir als Versicherer im Lead sind.”

Auch in das Start-Up Geschäft steigen die aktiven Schweizer ein. Auf die Frage, ob das neue Start-up ein Online-Fahrzeugversicherer sei, antwortete Baloise: “Dies ist korrekt, im ersten Halbjahr wird der Prototyp getestet und finalisiert. Im Verlauf des Jahres 2017 sollten wir mit dem Mobile Insurer live gehen können. Das Unternehmen startet vorerst mit eine Angebot für Fahrzeugversicherungen und wird je nach Entwicklung auch andere Versicherungsprodukte anbieten und eventuell auch in anderen Ländern aktiv.”

Weiterhin wird eine Online-Mobilitätsplattform gegründet, die Dienstleistungen zu allen Versicherungsbedürfnissen rund um das Thema Mobilität anbietet. Baloise: “Grundsätzlich ist es so, dass in Belgien nur zehn Prozent der Mobilitätsausgaben für die Versicherung aufgewendet werden. Die restlichen Ausgaben gehen in den Unterhalt, in Parkgebühren etc. Dies bedeutet, dass wir in Belgien künftig nicht mehr nur Autoversicherungen verkaufen möchten, sondern verstärkt Dienstleistungen anbieten werden, die sich dem gesamten Thema Mobilität widmen. Auf der von uns entwickelten Mobilitätsplattform werden wir quasi zum ,Broker of Services’. Basis ist ein Gerät, welches Fahrdaten des Baloise-Kunden im Fahrzeug sammelt. Anhand dieser erkennen wir, was für eine Dienstleistung unser Kunden brauchen wir.”

Generell scheinen das Themen Zukunft und Technik die Schweizer anzutreiben, die neue Abteilung ,Group Strategy and Digital Transformation’ sowie ein entsprechendes Investment Komitee sollen schnelle Entscheidungswege zur Finanzierung von Start-ups mit einem Private-Equity Ansatz ermöglichen. Das sagt die Gruppe zum Thema Budget und Entscheidungswege der neuen Gruppe: “Bezüglich des Budgets und der Art des Investment (zum Beispiel Beteiligung, Start-up-Finanzierung, Übernahme) wird von Projekt zu Projekt entschieden. Das Komitee sorgt aber für eine Beschleunigung der Entscheidungswege. Für den Mobile Insurer werden zum Beispiel für die Initialphase 50 Mio. Schweizer Franken zur Verfügung gestellt. Dies entspricht circa zehn Prozent der Anlagegelder, die wir in Private-Equity Anlagen zurzeit gesamthaft haben.” (vwh/mv)

Bild: Hauptsitz der Basler / Basler-Versicherung

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