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Axa: Von 200.000 Datenspezialisten lernen

02.04.2015 – Guillaume_Beraud-SudreauDie Axa hat 50.000 anonymisierte Fahrten von Data Scientists aus aller Welt auswerten lassen. Geht es dem Versicherungskonzern darum, sogar einen Teil der Produktentwicklung zu externalisieren? Im Interview mit VWheute gibt Guillaume Beraud-Sudreau, Risk Analyst bei Axa France in Paris Auskunft über einen Daten-Wettbewerb via Online-Plattform für Data Scientists.

“Wir haben diesen internationalen Wettbewerb ins Leben gerufen, um anhand der erhobenen Fahr-Datensätze ein besseres Verständnis dafür zu entwickeln, wie und wo wir unseren Service verbessern können”, entgegnet Guillaume Beraud-Sudreau der Frage, welches Ziel Axa damit verfolgt, anonymisierte Autofahrten aus Telematik-Boxen auszuwerten. Die Aufgabe lautete, verschiedene Fahrertypen zu definieren.

VWheute: Wie viele Lösungsvorschläge von wie vielen Teilnehmern haben Sie erhalten?

Guillaume Beraud-Sudreau: Wir sind überwältigt, wie erfolgreich der Wettbewerb läuft. Die Resonanz ist riesig. Er ist derzeit der drittgrößte Wettbewerb eines Privatunternehmens auf der Kaggle-Plattform. Es haben sich 1.926 Teilnehmer angemeldet, die auf 1.568 Teams verteilt sind. Diese haben uns insgesamt 33.756 Vorschläge eingereicht.

VWheute: Wie kamen Sie auf die Online-Plattform Kaggle?

Guillaume Beraud-Sudreau: Kaggle hat seinen Sitz in San Francisco. Dort finden sich mehr als 200.000 Datenspezialisten, die sich miteinander messen, um komplexe Datenprobleme zu meistern. Bei Kaggle sitzen die besten Datenspezialisten weltweit und die Partnerschaft ist für uns eine einmalige Gelegenheit, um von ihnen zu lernen.

VWheute: Was winkt dem Sieger? Gar eine Beschäftigung bei Axa als Data Scientist?

Guillaume Beraud-Sudreau: Die drei bestplatzierten Teilnehmer erhalten je nach Platzierung 15.000, 10.000 oder 5.000 US-Dollar Preisgeld. Sie werden dafür ihre Lösung erklären, die zugrundeliegenden Algorithmen teilen und die Ergebnisse mit uns durchgehen. Wir sehen den Wettbewerb natürlich auch als Gelegenheit, Talente in diesem Bereich zu erkennen und sie zu fördern. Ganz gleich, ob es sich um AXA-Mitarbeiter handelt oder nicht.

VWheute: Haben Sie weitere solcher innovativen Aktionen am Start?

Guillaume Beraud-Sudreau: Diese Initiative ist der größte datenbasierte Wettbewerb, den AXA je ins Leben gerufen hat. Zusätzlich gibt es noch einige lokale Wettbewerbe, aber auf einem kleineren Niveau. So haben wir in Frankreich einen Wettbewerb mit datascience.net. Das ist eine französische Plattform, die Kaggle recht ähnlich ist.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Rafael Kurz.

Bild: Guillaume Beraud-Sudreau, Risk Analyst bei Axa France in Paris. (Quelle: Axa)

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