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Axa 2015: Angriff auf Privatkunden und Kleingewerbe

04.12.2014 – axaEinen großangelegten Angriff auf Privat- und Gewerbekunden plant die Axa in 2015. Kundenverluste im privaten Bereich sollen ins Gegenteil verkehrt und der Vertriebsfokus deutlich stärker auf mittlere und kleinere Unternehmen gelegt werden. Weiterhin auf dem Ticker: ein eigener Telematik-Tarif in Kfz und die Weiterentwicklung der Vergütungsmodelle – zusammen mit den Vermittlern.

„Wir haben 2014 unsere Kosten stark reduziert und planen mit innovativen Produkten stärker am Markt anzugreifen“, sagte Thomas Buberl, Vorsitzender des Vorstands der AXA Konzern AG, anlässlich eines Pressegesprächs in Köln.

Für die Sach-, Unfall und Haftpflichtversicherung wird der Versicherer 2015 das neue, modular aufgebaute, Produkt „Box Flex“ einführen, für den Gewerbebereich „Profi Smart“, dass eine einfach Absicherung für Kleingewerbetreibende, wie Metzger oder Bäcker, ermöglichen soll. Derzeit hat die Axa bei der Industrieversicherung einen Marktanteil von 11 Prozent, während der Anteil bei Gewerbepolicen lediglich bei sieben Prozent liegt. „Diese Lücke wollen wir schließen“, so Buberl.

Geplant sei, preisaggressiv in den Markt zu gehen. Dumpingprämien werde es aber nicht geben. „Wenn es einen Makel gibt, dann den, das wir nicht genügend wachsen“, so Buberl. Unternehmenszukäufe seien aber nicht geplant. „Wir sind als Nummer sechs in Deutschland groß genug aus eigener Kraft zu wachsen.“ Zu diesem Zweck wird der Konzernvorstand umgebaut. So gibt es ein neues Ressort, das die Privatsparten, den Ausschließlichkeits- und Direktvertrieb umfasst, sowie ein Ressort für Gewerbe, Industrie und Versicherungsmakler.

Auch Schaden und Leistung wird künftig gebündelt und der Bereich Kunden- und Partner-Service deutlich ausgebaut. „Voraussichtlich Ende 2015 werden wir in Deutschland einen Telematik-Tarif für Autofahrer einführen“, sagte Finanz-Vorstand Etienne Bouas-Laurent, der derzeit noch kommissarisch für die Schaden- und Unfallversicherungen verantwortlich ist. Telematik-Tarife sind für Autofahrer, die besonders passiv fahren günstiger. Rabatte gibt es aber nur, wenn der Versicherer das Fahrverhalten per Fahrtenschreiber technisch kontinuierlich kontrollieren darf.

Nach eigenen Angaben agiert der Axa-Konzern derzeit aus einer besonders starken Position. So werde das 2010 aufgelegte, 328 Millionen Euro umfassende Sparprogramm, fristgerecht 2015 zu Ende geführt. Der geplante Personalabbau werde sich dabei sogar auf 1300 statt 1600 Mitarbeiter reduzieren. Buberl: „Wir werden dabei weiter ohne eine einzige betriebsbedingte Kündigung auskommen.“ Für 2014 rechnet der Vorstandsvorsitzende mit einem besseren Ergebnis als im Vorjahr. Treiber sei vor allem die Private Krankenversicherung. Großer Erfolge hätte es beim Verkauf von Zahn- und Pflegezusatzversicherungen gegeben. Auch mit dem neuen Altersvorsorgeprodukte Relax Rente ist man zufrieden. Insgesamt konnten 28.000 Verträge mit einer APE (Annual Premium Equivalent) von 42 Millionen Euro verkauft werden. Davon entfielen zehn Millionen Euro auf Einmalbeiträge.

Bei der Relax Rente profitieren die Kunden von der Wertentwicklung des Aktienindex Euro-Stoxx 50. Gleichzeitig gibt es eine Beitragsgarantie zur Endfälligkeit des Vertrages. Rund 19 Prozent aller neu verkauften Altersvorsorgeverträge entfielen 2014 auf das neue Produkt. Noch wird es mit 69 Prozent vor allem über die Axa-Ausschließlichkeit verkauft.

Der Bankenvertrieb hat einen Anteil von 20 und Versicherungsmakler von 11 Prozent. „Der Verkauf über Versicherungsmakler ist aber erst später gestartet und nimmt derzeit deutlich zu“, betonte Axa-Vorstand Patrick Dahmen, zuständig für Lebensversicherung und betriebliche Altersvorsorge (bAV). Auch bei der bAV spiele die neue Relax Rente eine immer größere Rolle. Über eine Neuregelung der Vergütung von Versicherungsvermittlern beim Verkauf von Altersvorsorgeprodukten, wie es das neue Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG) durch eine Absenkung der bilanztechnisch ansetzbaren Summen eigentlich erfordert, will die Axa im ersten Halbjahr 2015 im Dialog mit ihren Vermittlern entscheiden.

„Wir wollen die Vergütungsmodelle abhängig vom Vertriebsweg weiterentwickeln“, so Dahmen. Gleichzeitig plant die Axa für 2015 eine Kommunikationsoffensive. „Wir haben viel gearbeitet und können das im nächst Jahr auch nach außen zeigen“, sagte der Axa-Vorstandvorsitzende Buberl. Für mehr Public Relations müsste die Axa aber wohl zuerst einen neuen Kommunikationschef einstellen. Derzeit ist diese Position noch verwaist. (usk)

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