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Aspen gibt Endurance einen Korb

17.04.2014 – john-charman-150Der einstige Lloyd’s Star-Underwriter John Charman amtiert derzeit als Chairman/CEO der bermudianischen Endurance Specialty Holdings Ltd. Und hegt die Ambition daraus durch anorganisches Wachstum einen fünf Mrd. US-Dollar Versicherer werden zu lassen.

Zu diesem Zweck hat er dem Board der Aspen Insurance Holdings Limited eine Übernahme zu stolzem Preis vorgeschlagen. Aspen jedoch ziert sich, wohl mehr zwecks Schutz des Aspen Managements vor dem gefürchteten Charman denn wegen einer angeblichen Unterbewertung von Aspen.

Das Endurance Angebot bewertet Aspen mit 3,2 Mrd. Dollar. Zu 60 Prozent soll der Kaufpreis in Form neuer Endurance Aktien beglichen werden, zu 40 Prozent in Cash (innerhalb dieser im Aggregat geltenden Grenzen Wahlmöglichkeiten der einzelnen Aktionäre). Das Angebot ist rechnerisch 47,50 Dollar je Aktie wert, 21 Prozent mehr als der Börsenkurs von Aspen vor der öffentlichen Bekanntmachung durch Endurance. Endurance bewertet Aspen mit 116 Prozent des Eigenkapitals und wendet ein KGV von 13,4x an. Bis vor kurzem pflegten Versicherer mit lediglich 90 Prozent des ausgewiesenen Nettovermögens bewertet zu werden, es galt ein branchenüblicher KGV von unter 10x.

Der 1953 geborene Charman gilt als hart und unerbittlich, darum wohl auch der mangelnde Enthusiasmus der Aspen-Mannschschaft künftig unter ihm zu dienen. Seine Ehescheidung im Jahr 2008 zunächst vor dem High Court und dann auch noch in der Berufung hatte sich großer Publizität erfreut und ihn 48 Mio. Britische Pfund plus enorme Anwaltsgebühren gekostet. Wiewohl Charman selbst Lloyd’s Underwriter war, hegt der Autokart eine Aversion sich der Kontrolle seines Businessplans durch den Lloyd’s Franchise Board zu beugen. Dies erklärt, warum Endurance im Gegensatz zu Aspen bislang noch über keine Lloyd’s Präsenz verfügt.

Sowohl Endurance als auch Aspen sind Gesellschaften bermudianischen Rechts, deren Aktien an der NYSE gehandelt werden. In den Bermudas erwirtschaftete Gewinne unterliegen keiner Körperschaftssteuer, auch können bermudische Gesellschaften ihre Dividenden quellensteuerfrei an die Aktionäre auskehren. Diese Wettbewerbsvorteile der Offshore-Konkurrenz sind US-Versicherern ein Dorn im Auge.

Endurance hatte den vorgeschlagenen Deal den eigenen Aktionären gegenüber mit erwarteten 100 Mio. Dollar an jährlichen Kosteneinsparungen gerechtfertigt, auch werde die Transaktion ab sofort den Gewinn je Endurance-Aktie steigern („earnings accretive“). Dies lässt darauf schließen, dass Endurance das Angebot noch erhöhen könnte. Außerdem ist möglich, dass nun ein weiterer Bieter auf den Plan gerufen wird. (cpt)

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