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Allianz zerschlägt Fireman’s Fund

18.09.2014 – allianz-logoNach erneuten Rückschlägen bei der Sanierung hat sich die Allianz-Führung dazu entschlossen, den US-Versicherer Fireman’s Fund zu zerschlagen. Das Industrie- und Gewerbegeschäft soll an die AGCS gehen, für das Privatkundengeschäft sucht man einen Käufer.

Nach Berichten in der Süddeutschen Zeitung von Samstag haben nun der Fireman’s Fund und die AGCS bestätigt, dass das Traditionsunternehmen zerschlagen wird. Der 1863 gegründete Versicherer aus der Novato (Kalifornien) hatte 2011 und 2012 Verluste gemacht. Nach einer harten Sanierung sanken die Beitragseinnahmen im Jahr 2013 von 3,6 auf 2,1 Mrd. Euro und erbrachten einen kleinen Gewinn. Im ersten Halbjahr ist die Gesellschaft aber erneut in die roten Zahlen gerutscht.

Ein gravierendes Problem des Fireman’s Fund sind die hohen Kosten. Bei der Allianz ist man nun zu dem Schluss gekommen, dass der Versicherer zu klein ist, um operativ über die Runden zu kommen. Für das Privatkundengeschäft suche man „verschiedene Optionen“, um die nötige Größe zu erreichen, teilen Fireman’s Fund und AGCS mit. Das Privatkundengeschäft machte zuletzt ein Drittel der Beitragseinnahmen der US-Gesellschaft aus, etwa 750 Mio. US-Dollar Beitragseinnahmen. „Es erfreut sich einer gesunden Profitabilität“, heißt es in einer Pressemitteilung der Allianz.

Berichten zufolge ist Goldman Sachs mit dem Verkauf beauftragt, der Preis soll bei etwa 500 Mio. US-Dollar liegen. Den Rechtsträger selber will die Allianz nicht verkaufen. Fireman’s Fund verfügt über Lizenzen in allen Bundesstaaten der USA. Allianz-Chef Michael Diekmann kennt den Fireman’s Fund sehr genau. Er war 2002 vom damaligen Allianz-Chef Henning Schulte-Noelle in die USA geschickt worden, die Dinge wieder zu richten. Arbeiterunfall-Geschäft, Asbest und Fehlspekulationen hatten damals einen 600-Millionen-Verlust eingebracht. Nach einer Radikalkur erzielte der Fireman’s Fund von 2003 bis 2010 regelmäßig Gewinne. Mit der Zerschlagung des Fireman’s Fund wollen die Münchener nun den eigenen Markennamen in den USA stärken. Bislang verkaufte die Allianz nur Lebensversicherungen unter dem eigenen Namen. Nach den ersten Meldungen über die Zerschlagung stieg der Aktienkurs der Allianz. (ba)

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